Welche Folgen kann Schlaflosigkeit haben?

SchlaflosigkeitDie unmittelbare Folge und zugleich das am meisten belastende Symptom der Schlaflosigkeit ist die mangelnde Erholung. Typische Auswirkungen sind ausgeprägte Müdigkeit tagsüber, vermindertes Konzentrationsvermögen und nachlassende Aufmerksamkeit Anderen gegenüber.

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Mit der allgemeinen Müdigkeit gehen oft auch Reizbarkeit, Ruhelosigkeit und eine gesteigerte Ängstlichkeit einher. Neben dem Leistungseinbruch kann es auf Dauer auch zur Wesensänderung kommen und bei schwerer Ausprägung zu erheblichen beruflichen und sozialen Problemen.

Schlaflosigkeit: Der Horror im Bett und die Angst davor

Schon bevor sich die Übermüdung so gravierend nachteilig auswirkt, löst das lange und ungewollte Wachliegen häufig beklemmende bis panikartige Gefühle aus. Der Horror vor der nächsten Nacht belastet das Gemüt und verschlechtert die Einschlaf-Chancen zusätzlich. So kann, vor allem bei anhaltender Schlaflosigkeit, ein Teufelskreis entstehen: Die Problematik verselbständigt sich, und zwar unabhängig von einem möglichen Auslöser.

Stressreaktion mit gefährlichen Folgen

Nach Erkenntnissen der Schlafmedizin bedeutet schlechter Schlaf auch jenseits unserer bewussten Wahrnehmung Stress für den Organismus. Es kommt zu Verschiebungen im Hormonhaushalt. Eine geänderte Ausschüttung etwa von Cortisol, Melatonin, Leptin und Prolaktin wurde nachgewiesen.

Der Schlafmangel belastet Herz und Kreislauf, beschleunigt Alterungsprozesse und beeinträchtigt neben anderem auch das Immunsystem. Zudem gilt er sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen als ein Risikofaktor für das Dickwerden. Wissenschaftlich belegt ist auch, dass ein ganzer Tag ohne Schlaf, konkret 27 Stunden, das geistige Leistungsvermögen stärker beeinträchtigt als 0,85 Promille Alkohol im Blut. Untersuchungen haben ferner ergeben, dass sich bei einem nächtlichen Schlafvolumen von nur 2-5 Stunden das Risiko für Krebs, Diabetes und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) erhöht.

Schlaflosigkeit: Finden Sie sich nicht damit ab!

Dennoch besteht kein Grund zur Panik. Das ist wichtig zu wissen und anzuerkennen, auch wenn die gegenwärtige Gefühlslage Ihnen etwas ganz anderes sagt. Denn das Regenerationsvermögen Ihres Körpers ist sehr groß. Wenn Sie Ihre Schlafstörung überwinden, bestehen sehr gute Chancen, dass sich anschließend alles wieder einrenkt. Deshalb lautet die wichtigste Botschaft: Nutzen Sie alle eigenen und auch therapeutische Angebote in Praxis und Klinik, um die Schlaflosigkeit möglichst frühzeitig in den Griff zu bekommen. Es lohnt sich.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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