Schlaflosigkeit: Schlafmittel - Ja oder Nein?

Nach Umfrageergebnissen hat rund ein Zehntel der Bevölkerung Erfahrung mit Schlafmitteln. Bei Schlafstörungen werden sie von vielen Ärzten standardmäßig verschrieben. Ob das mehr daran liegt, dass die Ärzte sie so gern verschreiben, oder eher daran, dass die Patienten danach fragen, ist schwer auszumachen.

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Tatsächlich aber erwarten sicherlich viele leidgeplagte Patienten auch vom Arzt, dass er ihnen mit einem rasch wirkenden Medikament hilft – und üben dadurch indirekt Druck aus. In Umfragen präferieren dagegen sowohl schlafgestörte als auch schlafgesunde Menschen die nichtmedikamentösen Behandlungsmethoden.

Schlafmittel kurzfristig häufig sinnvoll, aber nicht als alleinige Maßnahme

Auch Schlafmediziner sehen den therapeutischen Schwerpunkt eher bei Behandlungsansätzen ohne Medikamente. Denn die Einnahme von Schlafmitteln taugt als alleinige Maßnahme zur Überwindung chronischer Schlafstörungen meistens nicht für den nachhaltigen Erfolg. Zudem sind die mitunter nicht unerheblichen Nachteile der synthetischen Substanzen gegenüber ihrem tatsächlichen Nutzen abzuwägen. Eine heilende Wirkung haben die Medikamente definitiv nicht.

Mit den geeigneten Präparaten kann aber ein blockiertes Schlafverhalten wieder angestoßen und für einen mehr oder weniger geglückten Nachtschlaf gesorgt werden. Die wohltuende und befreiende Wirkung eines solchen Durchschlafens kann dann durchaus dabei helfen, den Teufelskreis der Schlaflosigkeit zu durchbrechen. Denn oft führt ja die Angst vor dem Nichteinschlafenkönnen erst recht dazu, dass man  nicht einschlafen kann. Spätestens nach dieser Akuthilfe durch ein Schlafmittel sollte man sich dann aber mit Hilfe des Arztes schlafförderliche Techniken und Verhaltensmaßnahmen aneignen.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

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