Ist Schizophrenie heilbar?

Ja, etwa ein Drittel der Betroffenen kann mit einer vollständigen Heilung rechnen. Gelingt keine komplette Heilung, also kein dauerhaftes Verschwinden der Symptomatik, kann die Schizophrenie durch die Behandlung zumindest oft erheblich gebessert werden.

Grundsätzlich gilt: Je früher die Therapie einsetzt, desto besser.

 

Weitere günstige Faktoren für eine Heilung:

  • Leben in fester Beziehung
  • viel Kontakt zu anderen Menschen (Familie, Freunde, Freizeitaktivitäten)
  • hoher Bildungsstand
  • ein sehr plötzlicher Beginn der Erkrankung
  • unauffällige Persönlichkeit vor Beginn der Erkrankung
  • ein sehr klar erkennbarer Auslöser der schizophrenen Symptomatik
  • frühzeitig beginnende und konsequente medikamentöse Behandlung
  • statistisch etwas bessere Heilungschancen bei Frauen


Spontanheilungen kommen am häufigsten in den ersten beiden Erkrankungsjahren vor. Aber auch danach sind sie noch möglich.

Der Begriff "Heilung" ist natürlich auch relativ. Bei vielen Menschen mit Schizophrenie verschwindet die Erkrankung zwar nicht komplett, kommt aber teilweise jahrelang zum Stillstand. Ärzte nennen das Remission. Allerdings haben nicht wenige von den Remissions-Patienten dann unter der sogenannten Negativ-Symptomatik zu leiden (depressive Stimmungslage, sozialer Rückzug, Persönlichkeitsveränderungen). Auch hier aber gibt es viele Varianten, diese Beschwerden können auch fehlen oder zumindest sehr milde ausfallen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn
letzte Aktualisierung: September 2012

 

 

Kommentare (1)
Diagnose F 20.0
1 Samstag, den 23. Februar 2013 um 20:21 Uhr
kumar
Bei mir wurde 2006 eine F 20.0 diagnostiziert (Navigator-Redaktion: das ist das Kürzel für eine Schizophrenie mit Paranoia).
Seit 2009 habe ich auch ohne Medikamente keine Symtome. Nach der ICD-10-Klassifizierung kann trotzdem die Diagnose f 20.0 gestellt werden.

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