Welche Bewegungsstörungen können unter Neuroleptika auftreten?
Bewegungsstörungen (Dyskinesien) können vor allem bei Behandlung mit hochpotenten Neuroleptika vorkommen.
Zu Beginn der Behandlung, bei Steigerungen der Dosis oder plötzlichem Absetzen des Medikaments kann es zu sogenannten Frühdyskinesien kommen. Dies sind meist Zungenmuskel- oder Schlundmuskelkrämpfe sowie Blickkrämpfe, die schmerzhaft sind.
Von Zungenbewegungen über Bewegungsarmut bis hin zu Bewegungsdrang
Treten Bewegungsstörungen erst längere Zeit nach Beginn der Medikamenteneinnahme auf, spricht man von Spätdyskinesien. Diese können sich durch unwillkürliche Saug-, Schmatz- und Zungenbewegungen äußern. Sie treten seltener auf als Frühdyskinesien auf.
Das sogenannte Parkinsonoid, ein medikamentös verursachtes Parkinson-Syndrom, macht sich mit Bewegungsarmut, einer erhöhten Muskelspannung und Zittern bemerkbar. Es tritt ein bis zwei Wochen nach Behandlungsbeginn auf.
Die Akathisie bezeichnet eine Bewegungsunruhe, bei der es den Betroffenen nicht gelingt ruhig sitzen zu bleiben. Sie müssen umhergehen oder auf der Stelle treten.
Autorin: Dr. med. Julia Hofmann
