Schizophrenie: Veränderter Blutfluss im Gehirn

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Bei Menschen mit Schizophrenie wird das Gehirn in anderer Weise durchblutet als bei Gesunden. Hirnstamm, Kleinhirn und der sogenannte Thalamus zeigen einen stärkeren Blutfluss, das Frontalhirn hingegen einen geringeren. Das haben Radiologen der Universität Bonn herausgefunden.

Die Bonner Wissenschaftler setzten dabei ein neuartiges bildgebendes Verfahren ein. Eine spezielle Weiterentwicklung der Magnetresonanz-Tomographie, bei der die Hirndurchblutung sehr genau dargestellt werden kann.

Von den unterschiedlichen Durchblutungsmustern wusste man auch schon davor. Allerdings war das so exakt zuvor noch nicht nachgewiesen worden. Da im Frontalhirn unter anderem Entscheidungsprozesse, das Urteilsvermögen und die Impulskontrolle lokalisiert sind, passen diese Untersuchungsergebnisse recht gut zur typischen Schizophrenie-Symptomatik.

Vor einem Vorurteil sei hier aber gewarnt: dass eine geringere Durchblutung im Frontalhirn mit geringerer Geisteskraft gleichzusetzen ist. Der Nobelpreisträger und Mathematiker John Forbes Nash, der Maler Vincent van Gogh und der vielleicht berühmteste Physiker aller Zeiten, Isaac Newton - sie alle hatten Schizophrenie.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 30.06.10
Quelle: Radiology, doi: 10.1148/radiol.10091224

 

 

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