Die wichtigsten Fragen auf einen Blick
Auf diesem Portal finden Sie eine Auflistung der wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Schizophrenie.
Wir, ein Team aus Ärzten und Patienten, stellen laufend weitere Fragen und Antworten ein. Wenn Sie bestimmte Themenwünsche haben, schreiben Sie uns!
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Kann die Dosis der Neuroleptika bei einer Langzeitbehandlung gesenkt werden?
Eine pauschal gültige Antwort gibt es darauf leider nicht. Ob die Dosis bei der langfristigen Neuroleptika-Behandlung gesenkt werden kann, ist von dem bisherigen Verlauf der Erkrankung unter der medikamentösen Behandlung abhängig.
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Warum erhalte ich weiterhin eine hohe Dosis an Neuroleptika, obwohl die schizophrenen Symptome abgeklungen sind?
Zunächst muss man folgendes betonen: Es gibt keine Standard-Dosis bei Neuroleptika. Die Dosis des verabreichten Neuroleptikums variiert individuell, denn jeder spricht anders auf die Wirkstoffe an.
Wie lange dauert die Akutphase einer schizophrenen Episode unter einer Neuroleptika-Behandlung?
Dies ist im Einzelfall unterschiedlich und hängt auch davon ab, wie gut das verabreichte Neuroleptikum wirkt und ob andere Präparate versucht werden müssen.
Kann man die Neuroleptika-Einnahme nicht auf die Zeit beschränken, in der Symptome oder Beschwerden vorliegen?
Ein solches Vorgehen läuft bei Medzinern unter der Bezeichnung intermittierende Neuroleptika-Behandlung. Sie bedeutet, dass nur bei psychotischen Symptomen Medikamente verabreicht werden und nach Abklingen der Symptome die Behandlung abgesetzt wird.
Warum ist das Rückfallrisiko bei einer Schizophrenie trotz der Medikamente recht hoch?
Das Rückfallrisiko bei einer Schizophrenie ist vor allem deshalb hoch, weil die Betroffenen ihre Medikamente häufig nicht regelmäßig einnehmen oder gar ganz absetzen.
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Kann man statt der täglichen Tabletteneinnahme von Neuroleptika auch auf ein Langzeit-Präparat umstellen?
Ja, anstatt Tabletten einzunehmen kann man sich Neuroleptika auch in größeren Zeitabständen spritzen lassen. Man spricht von sogenannten Depot-Präparaten.
Warum setzen Menschen mit Schizophrenie ihre Medikamente häufig selbst ab?
Einer Befragung der Universität Hamburg Eppendorf zufolge sind die häufigsten Gründe für das Absetzen von Neuroleptika eine Unverträglichkeit bzw. Nebenwirkungen der Medikamente.
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Bemerken Menschen mit Schizophrenie die positiven Wirkungen der Medikamente?
Ja, durchaus, allerdings stellen die Betroffenen die negativ empfundenen Wirkungen der Neuroleptika meist in den Vordergrund. Sprich, die Nebenwirkungen.
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Welche Nebenwirkungen von Neuroleptika werden häufig als unangenehm erlebt?
Einer Befragung von über 100 Patienten mit Schizophrenie der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf zufolge sind es vor allem die psychischen Nebenwirkungen, die den Betroffenen zu schaffen machen.
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Für wen sind Depot-Neuroleptika möglicherweise vorteilhaft?
Menschen mit Schizophrene können aus verschiedenen Gründen von der Langzeitwirkung eines Depotpräparates profitieren. Die tägliche Medikamenteneinnahme fällt weg, so dass das Vergessen der Einnahme kein Problem mehr ist.
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Welche Vorteile und Nachteile haben Depot-Neuroleptika, die man spritzen muss?
Depot-Neuroleptika dienen der Langzeitbehandlung der Schizophrenie. Der Vorteil ist, dass die Betroffenen nicht täglich an die Einnahme ihrer Medikamente denken müssen und das Medikament dennoch ein bis vier Wochen (je nach Präparat) seine Wirkung entfaltet.
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Kann man Neuroleptika und Beruhigungsmittel auch in den Muskel spritzen?
Ja, für die Injektion von Psychopharmaka stehen auch Präparate zu Verfügung, die in die Muskulatur gespritzt werden können. Diese sogenannten Depot-Präparate haben eine Langzeitwirkung und setzen den Wirkstoff kontinuierlich über einen längeren Zeitraum frei.
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Was passiert im Krankenhaus, wenn jemand mit akutem Schizophrenie-Schub notfallmäßig aufgenommen wird?
Die Ärzte in der Klinik werden zunächst versuchen, den Betroffenen und seine Angehörigen ausführlich zu befragen, um herauszufinden, was genau den akuten Schub ausgelöst hat, wie lange er schon anhält und wie er sich äußert. Aber auch eine körperliche und psychiatrische Untersuchung gehören zum "Standardprogramm".
Was kann ich in einer Notfallsituation mit einer schizophrenen Person tun?
Droht eine Situation zu eskalieren und sind der Betroffene selbst oder andere Personen gefährdet, ist dies auch eine medizinische Notfallsituation. Sie müssen also in jedem Fall versuchen zu helfen.
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Stimmt es, dass ein akuter schizophrener Schub ein medizinischer Notfall sein kann?
Ja, die Symptomatik der Schizophrenie kann im akuten Stadium so schwer und unbeherrschbar sein, dass die Betroffenen notfallmäßig im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bei ausgeprägten Erregungszuständen kann es sonst zu selbstgefährdendem Verhalten kommen, ebenso aber auch bei schweren depressiven Stimmungstiefs.
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Was bedeutet Anxiolyse?
Anxiolyse bedeutet die Behandlung von Angst. Nicht wenige Menschen mit akuten Symptomen der Schizophrenie leiden auch unter einer Depression oder sind ängstlich, angespannt und reagieren rasch übererregt.
Kann ich selbst etwas tun, um meine Schizophrenie zu besiegen?
Ja, versuchen Sie sich vor allem an die Behandlungsempfehlungen zu halten und geben Sie nicht vorschnell auf. Es lohnt sich, konsequent zu bleiben. Zweiter Tipp: Vermeiden Sie unbedingt Alkohol- und Drogenkonsum. Dann haben Sie gute Chancen, die Erkrankung in den Griff zu bekommen.
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Stimmt es, dass die Lebenserwartung von Menschen mit Schizophrenie auch von der medikamentösen Therapie abhängt?
Ja, gut medikamentös behandelte Menschen mit einer Schizophrenie haben ein geringeres Rückfallrisiko und allgemein eine bessere Prognose. Das wurde in mehreren Studien nachgewiesen.
Wie häufig kommt es nach einer ersten Episode der Schizophrenie zu einem Rückfall?
Die Rückfallrate nach dem erstmaligen Auftreten einer Schizophrenie ist recht hoch. Fast jeder zweite Betroffene erleidet bereits im ersten Jahr nach dem Erstauftreten der Krankheit einen Rückfall.
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Wie lange muss man beim ersten Auftreten einer Schizophrenie Neuroleptika einnehmen?
Auch für Menschen, bei denen eine Schizophrenie erstmalig in Erscheinung tritt, empfiehlt sich eine langfristige Behandlung mit Neuroleptika. Denn bei ausbleibender oder einer zu kurzen Behandlung besteht die Gefahr, die Erkrankung nicht ausreichend zum Stillstand zu bringen.
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Was ist eine Soziotherapie bei Schizophrenie?
Die Schizophrenie hat für Betroffene häufig erhebliche soziale Konsequenzen. Private Kontakte werden selbst abgebrochen oder Freunde und Familie wenden sich vom Kranken ab. Der Arbeitsplatz und möglicherweise die Wohnung sind gefährdet oder gehen verloren.
Gibt es professionelle Hilfesysteme für Kinder von schizophrenen Eltern?
Ja, allerdings sind Aufklärung und Hilfsangebote für Kinder schizophreniekranker Eltern leider nicht überall an der Tagesordnung. Ein Netzwerk für Kinder psychisch kranker Eltern gibt es z.B. in Duisburg (www.psag-netzwerk.de).
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Was bringen Beschäftigungs- und Arbeitstherapie bei Menschen mit Schizophrenie?
Die auch als Ergotherapie bezeichnete Beschäftigungs- und Arbeitstherapie hilft psychisch erkrankten Menschen, ihr seelisches Befinden zu verbessern, in dem sie sich kreativ und handwerklich betätigen.
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Ist die Psychoedukation für Menschen mit Schizophrenie geeignet?
Ja, denn die Aufklärung über die Erkrankung, deren Entstehung und Behandlung ist sehr wichtig, um die Krankheit zu verstehen und zu bewältigen. Und genau das ist das Konzept der Psychoedukation.
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Ist eine psychoanalytische Behandlung bei einer Schizophrenie sinnvoll?
Dabei kommt es sehr darauf an, um welche Art der psychoanalytischen Behandlung es sich handelt. Die klassische Analysetechnik kommt bei schizophrenen Menschen eher nicht zum Einsatz.
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Ist eine Familientherapie bei Schizophrenie sinnvoll?
Ja, eine sogenannte Familientherapie ist als ergänzende Maßnahme bei der Behandlung schizophrener Menschen oft sehr hilfreich. Dabei muss nicht unbedingt jedes Familienmitglied teilnehmen und es muss auch nicht jeder Teilnehmer bei allen Terminen dabei sein. Entscheidend ist die generelle Einbindung der Bezugspersonen.
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Profitiert ein Mensch mit Schizophrenie von einer Gesprächstherapie?
Ja, eine Gesprächstherapie kann einen Schizophreniekranken und sein „Selbst“ stabilisieren. Das gelingt allerdings nur, wenn ein vertrauensvolles Verhältnis zum Therapeuten aufgebaut worden ist. Auf Seiten des Therapeuten setzt das vor allem Verständnis und Wertschätzung voraus.
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Kann man mit Schizophrenie lernen, Frühzeichen eines neuen Erkrankungsschubs selbst zu erkennen?
Ja. Vor allem mit einer sogenannten Verhaltenstherapie kann man lernen, Früh- und Warnzeichen der Krankheit selbst zu erkennen. Bei dieser Behandlungsform wird auch die Sensibilität hinsichtlich eigener Gefühle und Verhaltensweisen trainiert.
Kann man mit einer Schizophrenie nicht statt Tabletten nur eine Psychotherapie machen?
In einigen Fällen einer schizophrenen Erkrankung wäre ein Verzicht auf Medikamente zur Behandlung der Schizophrenie sicher möglich und die Symptome würden mit der Zeit vielleicht von selbst verschwinden. Allerdings hat die Psychotherapie einen entscheidenden Nachteil: Sie wirkt langsamer.
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Welche "Nebenwirkungen" hat zunehmendes Übergewicht durch die Neuroleptika-Behandlung?
Neben den gesundheitlichen Folgen des Übergewichts wie einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes führt Übergewicht bei vielen Betroffenen zu einer psychischen Belastung, die zu weiterer Ausgrenzung und Isolation führen kann.
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Was kann ich gegen eine Gewichtszunahme unter einer Behandlung mit Neuroleptika unternehmen?
Wichtig ist die wöchentliche Gewichtskontrolle sowie die Beobachtung des eigenen Essverhaltens, um beides mit dem behandelnden Arzt besprechen zu können und möglichst frühzeitig gegensteuern zu können. Denn manchmal nimmt durch die Medikamente der Appetit zu, ohne dass man das ohne genaueres Hinschauen überhaupt bemerkt.
Welche Neuroleptika verursachen häufiger eine Gewichtszunahme?
Vergleichende Untersuchungen von Neuroleptika ergaben eine unterschiedliche Häufigkeit einer Gewichtszunahme unter der Behandlung mit verschiedenen Präparaten. Demnach nimmt man am ehesten unter Behandlung mit atypischen Neuroleptika zu, und hier vor allem jenen mit geringer neuroleptischer Potenz und damit größerer beruhigender Wirkung.
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Machen alle Neuroleptika dick?
Nein, hier unterscheiden sich ältere bzw. typische von neueren bzw. atypischen Neuroleptika. Das gilt auch in Bezug auf die Beeeinflussung des Stoffwechsels.
Können Neuroleptika für zuckerkranke Menschen gefährlich sein?
Da einige Neuroleptika den Fett- und Zuckerstoffwechsel beeinflussen, muss bei einer Behandlung natürlich besonders bei Menschen mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) der Blutzucker- und Fettspiegel im Auge behalten werden.
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Beeinflussen Neuroleptika den Stoffwechsel?
Ja, unter vielen, vor allem neueren oder sogenannten atypischen Neuroleptika lassen sich häufig Stoffwechselveränderungen feststellen. Dies äußert sich nicht nur in einer Gewichtszunahme, sondern auch in veränderten Blutwerten etwa des Zuckers und der Fette.
Stimmt es, dass Neuroleptika Herzrhythmusstörungen verursachen können?
Ja, Herzrhythmusstörungen kommen unter einigen Neuroleptika vermehrt vor und können auch bedrohlich sein. Das ist zwar selten, muss aber gleichwohl bei der Verordnung bedacht und überwacht werden.
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Können Neuroleptika das Herz gefährden?
Ja, mögliche Nebenwirkungen von Neuroleptika betreffen das Herz. Sowohl bei älteren als auch bei neueren Neuroleptika wurden Herzrhythmusstörungen beobachtet. Und in sehr seltenen Fällen kam es sogar zum plötzlichen Herztod.
Sollte man mit Schizophrenie überhaupt Kinder bekommen?
Die Frage, ob man mit einer chronischen Krankheit Kinder bekommen sollte oder nicht, ist eine ganz persönliche Entscheidung, die kein anderer Mensch wirklich beantworten kann.
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Kann man unter einer Behandlung mit Psychopharmaka eine Schwangerschaft planen?
Ja, ist der Zustand unter einer Behandlung mit Psychopharmaka (z.B. Neuroleptika gegen Schizophrenie) stabil, kann eine Schwangerschaft geplant werden. Ein "geplantes" Kind ist in diesem Fall ohnehin besser als eine überraschende Schwangerschaft, weil dann von vornherein die Behandlung richtig eingestellt werden kann.
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Bedeutet eine Schizophrenie von Mutter oder Vater Gefahr für das Kind?
Eine Schizophrenie der Mutter oder des Vaters kann zwar in manchen Fällen auch problematisch für das Kind werden, das muss aber nicht sein. Dies ist nicht zuletzt von der Stabilität der Krankheit des betroffenen Elternteils abhängig.
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