Spondylolisthesis: Diagnostik

Man unterscheidet nach Meyerding (MD) vier Schwerestadien:

  • MD I°: Versatz der Wirbelkörper zueinander um weniger als 25 % der Wirbelkörpertiefe,
  • MD II°: Versatz um 25–50 %,
  • MD III°: Versatz um 50–75 %,
  • MD IV°: Versatz um mehr als 75 %.

Haben die Wirbel den Kontakt zueinander verloren und gleitet der obere frei nach vorne-unten, spricht man von einer Spondyloptose (MD V°).

Bild 1:

Quelle Wikipedia

Bild 1

ist die konventionelle Röntgenaufnahme eines Wirbelgleitens zwischen den Wirbeln 4 und 5 der Lendenwirbelsäule. Der Schweregrad liegt auf der Grenze zwischen dem Stadium 1 und 2. Im Bild links ist die unterbrochene Interartikularportion zu sehen, ohne diesen Defekt kann es nicht zum Gleiten kommen.

Dieser Defekt der Interartikularportion wird Spondylolysis genannt. Das kann angeboren sein, aber auch durch Materialermüdung (Verschleiß, auch Spondylarthrose) erworben, dann spricht man auch von einer Pseudospondylolisthese.

Bild 2:

Quelle Wikipedia

Bild 2

zeigt die sagittale Rekonstruktion einer annähernd horizontal angelegten CT- Untersuchung der unteren Lendenwirbelsäule. Der obere Wirbelkörper ist gegen den unteren um 7,4 mm verrutscht, das Bandscheibengewebe ist stark degeneriert, deswegen kommt es hier teilweise als schwarzer Fleck zur Darstellung.

Der Spinalkanal ist verengt, hier wird der Duralsack eingeklemmt. Die Verbindung von den Gelenkfortsätzen des unteren Wirbels zum nächsthöheren wird unterbrochen, etwa durch Materialermüdung, Überlastung oder auch durch einen angeborenen Defekt. Dieser Zustand wird „Spondylolysis“ genannt. Der obere Wirbel gleitet mit der Bandscheibe bauchwärts ab.

Bild 3:

Quelle Wikipedia

Bild 3

zeigt ein Wirbelgleiten L5/S1 seitlich im MR. Die Wirbel sind um 18 mm versetzt (Stadium 2 - 3). Die Bandscheibe ist stark deformiert, der Bandscheibenraum L5/S1 stark höhenreduziert. Der Rückenmarkskanal ist jedoch frei.

Bild 4:

Quelle Wikipedia

Bild 4

stammt aus derselben Untersuchung wie Bild 3. Es wird deutlich, dass durch das Wirbelgleiten eine hochgradige Foramen-Stenose entstanden ist. Die Nervenwurzel L5 (gelber Kreis) wird dadurch stark komprimiert; die dadurch ausgelösten Schmerzen sind konservativ nicht zu beseitigen und machen eine Operation notwendig.

 


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