Rückenschmerzen: Therapie und Vorbeugen

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Allerdings handelt es sich bei der überwiegenden Anzahl von Schmerzepisoden um ein vorübergehendes Ereignis, das nur einer symptomatischen Therapie (Schmerzmittel, Krankengymnastik, Massage, Fango etc.) bedarf, wobei durch rasche möglichst zielgerichtete Therapie die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses vermieden werden sollte.

Die Leitlinien der orthopädischen Fachgesellschaft und der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft betonen, dass nur Maßnahmen langfristig nützlich sind, die die aktive Mitarbeit des Patienten einbeziehen. Monate- oder jahrelang fortgesetzte Interventionen mit passivierenden Therapien müssen vermieden werden, weil sie die Chronifizierung des Rückenschmerzes fördern.

Eine Metaanalyse von Studien zu nichtoperativen Behandlungsverfahren zeigte, dass bei akuten Rückenschmerzen nur nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR) signifikante Effekte aufweisen. Bei chronischen Schmerzen halfen vor allem Akupunktur und verhaltenstherapeutische Maßnahmen.

Osteopathie, manuelle Medizin, Entspannungsübungen, autogenes Training, Massagen, Elektromassagen und Dehnen verkürzter Muskulatur sowie entsäuernde Maßnahmen werden ebenfalls angewendet. Lokale Infiltrationen sollen die Muskulatur lockern. Physiotherapeutische Maßnahmen werden von den meisten Patienten als wohltuend erlebt, das Kosten/Nutzen-Verhältnis wird von den Versicherern jedoch oft als unangemessen bezeichnet und Studien, die deren Nutzen belegen, sind spärlich vorhanden.

Akupunktur

Die Wirksamkeit der Akupunktur zur Behandlung des Rückenschmerzes muss nach großen internationalen Studien neu beurteilt werden. So zeigte die große deutsche GERAC Studie zur Akupunktur bei chronischem Kreuzschmerz, dass der Therapieerfolg einer 6 wöchigen Akupunktur etwa 1,7 mal so hoch ist wie eine sechsmonatige, leitlinienorientierte Standardtherapie mit Medikamenten und Physiotherapie.

Albrecht Molsberger, von der Forschungsgruppe Akupunktur, der die Akupunkturtherapie für die GERAC Studien entwickelt hat, stellt fest: "Mehrere große Studien zeigen, dass Akupunktur als zusätzliche oder alleinige Therapie bei chronischem Kreuzschmerz oft besser wirkt als konventionelle Vergleichstherapien.

Ein Unterschied zwischen chinesischen und nicht chinesischen Punkten konnte nur in wenigen Studien gezeigt werden. Aus diesen Gründen wird die Akupunktur heute von den meisten Experten als zusätzliche oder alleinige Therapiemöglichkeit bei chronischem Kreuzschmerz empfohlen.

Weitere Nichtmedikamentöse Therapieverfahren

Auch Entspannungstechniken wie z. B. progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder Yoga werden bei Rückenschmerzen empfohlen. Alexander-Technik sowie die Rückenschule wirken bei Rückenschmerzen durch Erlernen von körpergerechter Bewegung und deren Anwendung im Alltag.

Placebos können bei Rückenschmerzen hochwirksam sein.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung wichtig ist stabilisierende Gymnastik und Ausgleichssport sowie ein „rückengerechtes“ Verhalten im Alltag, z. B. beim Heben von Lasten („Präventive Rückenschule“). Sitzende Berufe (Bürotätigkeiten, Berufskraftfahrer, ...) sind weit häufiger von Rückenschmerzen betroffen als Schwerarbeiter.

Deswegen empfiehlt sich für sitzende Berufe wenn möglich das gelegentliche Nutzen eines Gymnastikballs und gelegentliche Streckübungen schon während der sitzenden Tätigkeit um unnötige Muskelverkrampfungen zu vermeiden.

 


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