Muss ein Bandscheibenvorfall immer operiert werden?

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Nein, im Gegenteil. Heute werden rund 90% aller Bandscheibenvorfälle ohne eine Operation behandelt. Das chirurgische Eingreifen ist nur dann notwendig, wenn bestimmte Nerven so stark geschädigt wurden, dass ernste Gefahr droht (zum Beispiel beim Kauda-Syndrom oder der Reithosenanästhesie).

Ansonsten steht die physikalische Entlastung der Wirbelsäule im Vordergrund. Das bedeutet zu Beginn ggf. Bettruhe in einem Spezialbett, in der die Wirbelsäule in einer bestimmten Position gestützt wird. Nach einigen Tagen genügen dann meist Spezialmanschetten und das strenge Vermeiden bestimmter Bewegungen. Man muss also nicht mehr wie früher wochenlang im Bett liegen. Meistens jedenfalls nicht.

Wichtig ist auch eine begleitende Krankengymnastik. Denn um eine Wiederholung zu verhindern, muss die Rückenmuskulatur gestärkt werden. Und gerade zu Beginn ist natürlich auch eine adäquate Schmerztherapie notwendig.

Was dann letztlich exakt therapeutisch getan wird, ist von der Lokalisation des Bandscheibenvorfalls abhängig und auch davon, wie stark die Bandscheibe auf die benachbarten Nerven drückt.


Autor: Dr. med. Jörg Zorn

 

 

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