Rückenschmerz: Unterschätzt und unterbehandelt

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Schmerzexperten beklagen sich. Rückenschmerz werde von Ärzte in 95% aller Fälle als “unspezifisch” abgetan. Das verhindere eine genaue Diagnose und eine zielgerichtete Behandlung. Und weil es sich anscheinend viele Ärzte so leicht machen, müssen Patienten damit leben, dass ihr Schmerzleiden chronisch wird.

Der Dachverband Europäischer Schmerzgesellschaften EFIC rechnet damit, dass etwa 60 bis 90% aller Europäer/innen mindestens einmal im Leben Rückenschmerzen bekommen. Etwas genauer: Zwischen 30 und 50% sind es bei Nackenschmerzen, 16-20% bei Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule und mehr als 70% bei Kreuzschmerzen.

 

Je länger der Schmerz unbehandelt bleibt, desto eher verselbständigt er sich

Was aber nach Ansicht der Schmerzexperten noch unbefriedigender ist: Etwa ein Fünftel der Bevölkerung leiden unter chronischen Schmerzen – Schmerzen also, die zum täglichen Begleiter geworden sind. Davon sind 63% chronische Rückenschmerzen.

Weil Rückenschmerz unterschätzt wird, wird die Erkrankung nicht richtig diagnostiziert und deshalb oft nicht angemessen behandelt. Bei fast jedem zweiten Patienten besteht der Schmerz mehr als fünf Jahre, weiß der EFIC. Doch jeder erneute Schmerzvorfall steigert die Wahrscheinlickeit, dass der Schmerz eben chronisch wird.

Ursachen für Rückenschmerz gibt es viele: So kann Schmerz durch Veränderungen an den Bandscheiben, durch Degeneration der kleinen Gelenke der Wirbelsäule oder durch Abnützung des sogenannten Ilio-Sacral-Gelenks entstehen. Allerdings betonen Schmerztherapeuten, dass für Rückenschmerz häufig die Muskulatur Verantwortung trägt. Deshalb sei die effektivste Therapie oft nicht die Einnahme von Medikamenten sondern mehr Bewegung.


WANC 13.10.2011
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie, Dachverband Europäischer Schmerzgesellschaften (EFIC)

 

 

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