Morbus Bechterew: Diagnose

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Der Zeitraum bis zur Diagnose beträgt nach Informationen der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) im Durchschnitt fünf bis sieben Jahre, in einigen Fällen jedoch bis zu 15 Jahre, was bei sorgfältiger Untersuchung vermeidbar ist.

Eine frühzeitige Diagnosestellung ist wichtig, um bleibende Verformungen des Bewegungsapparates zu vermeiden.

Die Diagnosestellung erfolgt auf Grund der Anamnese und der Erfüllung der Diagnosekriterien der ESSG (European Spondylarthropathy Study Group) aus dem Jahre 1991. Diese sind entweder Wirbelsäulenschmerzen vom entzündlichen Typ oder Arthritis/Synovitis (Entzündung der Gelenkkapsel), entweder asymmetrisch oder an den unteren Extremitäten, sowie eines der folgenden Kriterien:

  • Auftreten von Morbus Bechterew in der Familie
  • Befund oder Anamnese von Schuppenflechte
  • Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Beidseitig wechselnde Gesäßschmerzen
  • Fersenschmerzen
  • Sakroiliitis

Mit der Erkrankung einhergehende Bewegungseinschränkungen können durch bestimmte einfache Untersuchungen genauer bestimmt werden (Schober-Maß, Ott-Maß, Menell-Zeichen, Kinn-Brustbein-Abstand, Hinterkopf-Wand-Abstand, Atemabhängige Änderung des Brustumfangs).

Differentialdiagnostisch muss Morbus Bechterew von anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Osteoporose, Bandscheibenvorfall sowie bakteriellen Entzündungen und Tumorerkrankungen der Wirbelkörper unterschieden werden.

Laborbefunde

Es gibt keinen eindeutigen Labortest für eine Spondylitis ankylosans. 90 % der Betroffenen haben das HLA-B27-Gen, allerdings kommt dieses Gen bei ca. 9 % der deutschen Bevölkerung vor. Das Vorkommen dieses Gens ist also lediglich ein Risikofaktor, der die Wahrscheinlichkeit zu erkranken erhöht, die große Mehrheit der Genträger bleibt jedoch gesund.

In den Laboruntersuchungen zeigen sich Zeichen einer Entzündung, das heißt die Erythrozytensedimentationsrate, die Konzentration des C-reaktiven Proteins und von Immunglobulin A sind erhöht, in schweren Fällen gelegentlich auch die Aktivität der alkalischen Phosphatase. Der Rheumafaktor ist negativ. Eine leichte Anämie kann vorhanden sein.

Bildgebende Verfahren

In Röntgenbildern sind viele der Veränderungen am Bewegungsapparat sichtbar: Sacroiliitis, Knochenspangen zwischen benachbarten Wirbeln, Spondylarthritis, Enthesopathien (Fersensporn) und Verknöcherungen des Wirbelkörperbandapparates, was letztendlich zur Bildung der sogenannten Bambusrohrform der Wirbelsäule führt. Im MRT ist eine Sacroiliitis schon Jahre eher erkennbar.

 

 

 

 

 


Der Beitrag "Morbus Bechterew: Therapie" auf www.navigator-medizin.de basiert auf dem Artikel Spondylitis ankylosans aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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