Was ist eine chronische Polyarthritis?

Der Arzt bezeichnet mit chronischer Polyarthritis (oder auch rheumatoider Arthritis) das entzündliche Gelenkrheuma. Typisch sind schmerzhafte Schwellungen von Gelenken und steife Gelenke am Morgen. Langfristig droht die Gelenkzerstörung.

Aber nicht nur das: Entzündlich-rheumatische Erkrankungen gelten heute als Systemerkrankungen – der ganze Organismus ist durch die Entzündung in Mitleidenschaft gezogen. So können in späteren Krankheitsstadien neben den Gelenken zum Beispiel auch die Augen oder die Blutgefäße betroffen sein. Es handelt sich um eine sogenannte Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigene Gewebe angreift. Vor allem Gelenkgewebe, aber eben auch andere.

Polyarthritis beginnt häufig in den Fingern und Zehen

Zu Beginn der Polyarthritis sind aber meist die Gelenke betroffen. Typischerweise sind die Gelenke schmerzhaft und geschwollen. Häufig sind es die Finger, oder auch die Zehen, in denen die Erkrankung zuerst auftritt. Möglich ist aber auch ein Auftreten an anderen Gelenken, zum Beispiel den Handgelenken, den Knien, den Hüften oder der Schulter. Typischerweise sind die Beschwerden morgens ausgeprägter als abends, hinzu kommt eine Steifigkeit am Morgen.

Die Polyarthritis verläuft wie die meisten rheumatischen Erkrankungen in Schüben. Wie lange ein solcher Schub andauert und wie häufig es zu Schüben kommt, ist individuell unterschiedlich.

Häufig, aber keineswegs immer lassen sich im Blut Hinweise auf die Krankheit finden, z.B. der Rheumafaktor. Eine seronegative entzündlich-rheumatische Krankheit (kein Rheumafaktor im Blut nachweisbar) wird auch seronegative Spondyloarthritis genannt, weil neben den Gelenken (griech. Arthros = Gelenk) häufig auch noch die Wirbelsäule (griech. Spondylos = Wirbel) betroffen ist.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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