Woran erkenne ich, dass ich Rheuma habe?

Rheuma entsteht nicht über Nacht, es entwickelt sich meist ganz allmählich und schleichend. Und längst nicht immer tun sofort die Gelenke weh. Stattdessen ist das einzige Frühsymptom oft nur eine allgemeine Abgeschlagenheit, ein diffuses Krankheitsgefühl, ohne dass man so richtig weiß, was man hat.

Aber über kurz oder lang rücken dann schon die Gelenke in den Mittelpunkt, zumindest beim entzündlichen Gelenkrheuma. Oft schmerzen zunächst nur wenige Gelenke, z.B. an den Fingern. Dabei schwellen sie häufig an und werden rot und heiß. Schmerz, Schwellung, Rötung und Hitze deuten auf die Entzündung im Gelenk hin.

Symptom-Chamäleon

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Krankheit, die vor allem Ihre Gelenke betrifft, aber auch innere Organe wie zum Beispiel Lunge und Herz befallen kann. Ärzte sprechen daher von einer Systemkrankheit. Eine frühe Diagnosesicherung und ein rascher Therapiebeginn haben großen Einfluss auf den Behandlungserfolg.

Wenn einem alles weh tut, alle Gelenke, der ganze Körper schmerzen, ist es gar nicht so einfach zu wissen, woran es nun liegt. Die Beschwerden bei der rheumatoiden Arthritis können vorübergehend sein und immer mal wieder auftreten, oder sie halten länger an. Manchmal betreffen sie mehrere Gelenke, das Erscheinungsbild es hier sehr variabel.

Die Diagnose ist gar nicht so einfach

Eine Abgrenzung zu Arthrose-Erkrankungen oder auch zur Fibromyalgie ist nicht immer einfach. Für die Diagnosesicherung ist wichtig, wie viele Gelenke befallen sind und ob es eine alternative Diagnose gäbe.

Ein symmetrischer Befall, wenn zum Beispiel beide Hände rechts und links gleichzeitig geschwollen sind, kann sehr typisch sein. Außerdem spielt eine Rolle, wie lange die Beschwerden anhalten. Klassischerweise spricht man von einer Morgensteifigkeit, die mindestens 60 Minuten anhält und dann im Tagesverlauf besser wird.

Auch die Laborwerte sind wichtig. So gibt es unspezifische Entzündungswerte wie die Blutsenkungsgeschwindigkeit BSG oder das CRP und spezifische Antikörper wie den Rheumafaktor und CCP-Antikörper, die oft beim Gelenkrheuma erhöht sind. Und schließlich kann ein Röntgenbild wegweisend sein, indem es Veränderungen im Gelenkspalt sichtbar macht.

In jedem Fall sollten Sie zum Hausarzt gehen, wenn Sie neu aufgetretene Probleme oder Schmerzen im Gelenksbereich bemerken, damit die Ursache rasch festgestellt werden kann. Handelt es sich um ein entzündliches Gelenkrheuma, ist nämlich ein früher Behandlungsbeginn günstig für den weiteren Verlauf.

Autoren: Dr. med. Jörg Zorn, Dr. med. Susanne Endres

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Kommentare (1)
Rheuma
1 Mittwoch, den 26. Juli 2017 um 16:52 Uhr
M.G. Geisser
Mein Arzt sagt, dass man Rheuma erkennen würde, wenn nicht die Finger-Endgelenke sich entzünden - da Rheuma im Grunde an der Knöcheln auf der Handoberfläche beginnt - diese seien angeschwollen zunächst!