Warum darf man eine Kortison-Therapie nicht zu rasch absetzen?

Dafür gibt es zwei verschiedene Gründe. Der eine davon ist vor allem zu Beginn der Behandlung relevant, der andere nach einer länger andauernden Therapie. Bevor wir das erläutern, zunächst mal die Grundregel: eine Kortison-Therapie immer lieber schrittweise und langsam reduzieren, also ausschleichen, nie zu abrupt absetzen.

Kortison-TherapieNun zu den Erläuterungen: Wird bei einer rheumatischen Erkrankung (das gilt aber auch für andere chronische Immunerkrankungen) eine Kortison-Behandlung verordnet, dann ist gerade zu Beginn wichtig, diese nicht zu niedrig zu dosieren. Um den Entzündungsprozess wirksam zu stoppen, beginnt man also eher hochdosiert und fährt die Dosis dann langsam herunter. Bei einer zu raschen Dosisreduktion besteht die Gefahr, dass die Entzündungsreaktion wieder aufflammt.

Körpereigene Kortison-Produktion muss erst wieder anspringen

Bei einer lang andauernden Kortison-Behandlung ist das Problem ein anderes: Durch die anhaltende Kortison-Zufuhr von außen wird die körpereigene Kortison-Produktion immer weiter gedrosselt. Die braucht nach Beendigung der Behandlung aber eine Weile, um wieder hochzufahren. Würde man also die Tabletten zu rasch absetzen, entstünde ein akuter Kortison-Mangel. Der kann im Extremfall lebensbedrohlich sein.

Deshalb gilt selbst bei plötzlichem Widerwillen gegen die Kortison-Behandlung: Vernünftig bleiben und langsam ausschleichen!

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (9)
Absetzen Prednisolon
9 Sonntag, den 23. April 2017 um 07:23 Uhr
Suzette Gonocruz-Oehler
Ich war beim Gastroenterologen am letzten Donnerstag. Ich leide seit 2 Jahren an Erythema nodosum (Sarkoidose), und nach so vielen Untersuchungen, inklusive Lungenbereich, war ich auch im Krankenhaus, CT, MRT, etc. gemacht; Es wurde bisher nicht die Ursache gefunden, mein Blutbild ist auch immer gut gewesen, und es wurde dann letztlich gesagt, einfach eine Autoimmunerkrankung...
und weil ich unter Schmerzen und Schwellung litt, gab keine andere Wahl...CORTISON und seit 1 Jahr unter Cortisonbehandlung. Am Anfang waren es 20 mg, bei Bedarf IBu 600-800 mg 1-3x am Tag.
Letzten November 2016 wurde mein Cortison nach 2mg Gabe abgesetzt, aber nach ca. 2-3 Tagen hatte ich wieder die entzündeten Knoten, so schmerzhaft, dass mein Arzt mir wieder Cortison gegeben hat und diesmal 5mg, dann reduziert auf 2,5mg...und in diesem Jahr, da die Knoten immer noch da sind, 3-6 Wo Schmerz, dann Abklingen, habe ich selbst die Dosis von 5mg wieder genommen, 1x täglich.
Und ich habe für ca. 4 Wochen eine Zitronengetränktherapie mit Ingwer/Honig/Zimt getrunken, 1-3x am Tag. Irgendwie sind die Knoten abgeheilt, ganz ist es nicht, aber besser als vorher. Der Gastroenterologe hat mir gesagt, Cortison ist aber nicht gut, ich sollte es gleich absetzen.
Seit 2 Tagen habe ich irgendwie neben meinem linken Knie Schmerzen, leicht entzündet, so dass ich vorgestern Ibu 600mg genommen hatte. Gestern Abend habe einfach mit einer entzündungshemmendenn Creme eingerieben, Gott sei Dank, Schmerz und leichte Schwellung weniger, aber Druckschmerz ist noch da.
Heute Morgen habe ich Kopfweh in der Region oberes rechtes Auge, aber noch keine Schmerztablette genommen. Könnte es sein, dass das vom Cortison absetzen kommt? Wer hat mit sowas Erfahrung gemacht? Ich habe Magen- und Darmspiegelung nächste Woche Freitag, der Gastroenterologe möchte mir andere Medikamente geben, meinte, soll besser als Cortison sein, und mit weniger Nebenwirkungen. Wegen des Cortisons habe auch ungerecht zugenommen.
Prednisolon erfolgreich absetzen
8 Mittwoch, den 17. August 2016 um 14:18 Uhr
Heinz Kotarski
Ich nehme das Prednisolon 20mg (wegen COPD) schon ca. 20 Monate, habe schon mehrmals (auf Anraten des Arztes) versucht, es schleichend abzusetzen. Ergebnis - nach 14 und 10 Tagen musste der Notdienst geholt werden. Ergebnis - sofort wieder alte Dosis. Was kann man tun, um erfolgreich davon wegzukommen (mein Hausarzt konnte mir auch keine Antwort geben)???
D A N K E
Was ist eine lang andauernde Kortison-Behandlung
7 Mittwoch, den 10. August 2016 um 06:07 Uhr
Ramona
Hier wird von einer lang andauernden Kortison-Behandlung gesprochen, die nur langsam zurückgefahren werden sollte. Ab wann spricht man denn von einer lang andauernden Behandlung. Ich soll für 3 Wochen 20mg Prednisolon einnehmen und die Einnahme danach abrupt beenden. Ist das bereits lang anhaltend (Ausschleichen notwendig) oder ist ein abruptes Absetzen okay ?
an Sabine
6 Dienstag, den 26. April 2016 um 14:32 Uhr
Navigator-Team
Hallo Sabine,
das ist hier ein reines Kommentar-Forum, wir können nicht auf solche individuellen Fragen eingehen. Solche Ferndiagnosen wären auch unseriös, das mit Deinen Beschwerden kann nur ein Arzt vor Ort beurteilen, der Dich persönlich sieht.
Mit der Bitte um Verständnis
Dein Navigator-Team

PS: Eine Antwort wollen wir dann doch geben: Es kann in jedem Fall sein, dass das Kortison auch noch nach dem Absetzen nachwirkt. Auch rotes Gesicht könnte damit zusammenhängen. Dann müsste es jetzt aber stetig abklingen.
Cortison
5 Dienstag, den 26. April 2016 um 12:13 Uhr
Sabine
Ich habe drei Monate Prednisolon genommen wegen Sarkoidose. 3 Tage 50mg, 3 Tage 25 mg und danach 12,5 mg. Am 12.04.2016 wurde mir durch meinen Pulmologen mitgeteilt, dass ich sofort aufhören soll. Ich fragte ihn, ob ich es nicht ausschleichen muss. Er antwortete darauf, dass es bei einer so kurzen Zeit nicht mehr nötig ist.
Nun: gesagt getan. Ich hatte fast 10 Tage ziemliche Schmerzen, grippeähnlich. Das ist seit gestern vorbei und ich fühle mich besser. Jetzt kommt hinzu, dass mein Gesicht seit zwei Tagen rot ist. Sieht eher aus wie Ausschlag. Meine eigentliche Frage ist, ob es vom Absetzen von dem Cortison kommt.
Danke schon mal vorneweg.
Ihre Frage zum Methylprednisolon
4 Donnerstag, den 25. Februar 2016 um 11:08 Uhr
J. Zorn
Hallo Reiner,

es tut mir leid, aber das kann ich aus der Ferne nicht beurteilen und kommentieren, ich darf es nicht mal, ohne Sie und alle Begleitumstände persönlich zu kennen.
Das müssen Sie bitte mit einem Arzt Ihres Vertrauens vor Ort klären.
Ich hätte Ihnen gern mehr geboten, aber es geht einfach nicht.

Alles Gute
Ihr Jörg Zorn
Methylprednisolon Probleme
3 Donnerstag, den 25. Februar 2016 um 08:02 Uhr
Reiner
Sehr geehrter Herr Dr.Zorn,

habe vor ca. 20 Jahren von einem Hautarzt (Charite Berlin) wegen verschiedener nicht funktionierender Therapien zur Behandlung meiner Alopezia Areata - erst 16 mg Methylprednisolon bekommen (ca.10 Jahre)
Hat auch geholfen !
Dann habe ich im Wechsel 16 mg/8 mg das MP runtergefahren.
Zwischendurch habe ich von leichten bis sehr starken Ganzkörper Schmerzen bekommen. - schrecklich !
Nun habe ich die 8 mg ca. 10 Jahre relativ gut vertragen - ohne Entzugsschmerzen - aber Luftnot - Wassereinlagerungen in Beinen und Lunge.
Der Kardiologe hat mit allen Untersuchungen - Blut - Kreislauf - Belastung EKG - 24 Std. Blutdruck - einen erhöhten Blutdruck festgestellt.
In seiner Anamnese zu meiner Person - kam dann auch die Frage nach Medikamenten - u.a. das Methylprednisolon - jetzt 8 mg.
Der Kardiologe sagte mir sämtliche Symptome - und Blutwerte - die ich ihm nun geschildert habe passen eher zu dem Methylprednisolon !?

Daraufhin habe ich von heute - 4 Wochen zurück - die 8 mg auf 4 mg reduziert und dachte - jetzt müsste ich diese schreckliche Entzugskrise durchstehen !?
Aber fehl - ich drehe bald durch vor Schmerzen !!!

Was kann ich nur weiter machen ?
Muss ich das Teufelszeug etwa wieder auf 8 mg erhöhen ?
Kann ich langfristig von dem Zeug loskommen ?

Wie ist Ihre geschätzte Meinung

Reiner
Prednisolon absetzen
2 Donnerstag, den 18. Juni 2015 um 14:27 Uhr
Redaktion Navigator-Medizin Rheuma
Hallo Herr Selter,
das kann und darf leider nur Ihr behandelnder Arzt beantworten.
Mit der Bitte um ihr Verständnis
Ihr Navigator-Team
Prednisolon-Behandlung
1 Donnerstag, den 18. Juni 2015 um 13:58 Uhr
Horst-E. Selter
Vor 5 Jahren wurde bei mir Poly-Myalgia-Rheumatica diagnostiziert (starke Muskelschmerzen, rasche hohe Gewichtsabnahme). Es wurde Prednisolon verordnet, erst hoch (50mg) dann langsam abnehmend. Schmerzfreiheit trat schon nach kurzer Zeit ein. Seit rund 18 Monaten bin ich bei 5mg morgens. Blutsenkung inzwischen normal. Ich habe weder anfangs noch später irgendwelche kortisonbezogene Nebenwirkungen beobachten können. Müssen zum Ausschleichen die 5mg nochmal eine Zeit lang halbiert werden oder ist jetzt das Prednisolon einfach abzusetzen?
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