Wie entsteht ein Vollmondgesicht?

Das Vollmondgesicht gilt in der Medizin als typisches Anzeichen für einen erhöhten Kortisonspiegel im Blut. Das kann im Rahmen einer Erkrankung passieren, zum Beispiel wenn ein Tumor in den Nebennieren zu viel des Hormons produziert. Sehr viel häufiger aber ist das Vollmondgesicht Folge einer Kortison-Therapie.

Es handelt sich also in den meisten Fällen um eine klassische Medikamenten-Nebenwirkung. Durch den Einfluss des Kortisons kommt es zu Fetteinlagerungen unter anderem an den Wangen, die dann das Gesicht tatsächlich dicker und runder aussehen lassen. Zusätzlich ist die Haut meist auffällig gerötet.

Rundes Gesicht, rote Wangen, dicker Nacken = Cushing-Syndrom

Das Vollmondgesicht ist dabei nur eines von mehreren äußeren Kennzeichen eines anhaltenden Überschusses an Kortison. Die Fetteinlagerungen finden sich zum Beispiel auch im Schulterbereich, was zu dem ebenfalls typischen "Stiernacken" führt. Außerdem kommt es auch zu einer Fettansammlung am Körperstamm, während die Extremitäten weitgehend schlank bleiben.

Den Gesamtkomplex dieser Symptome nennt man auch Cushing-Syndrom. Der Name geht auf den US-amerikanischen Neurologen Harvey Williams Cushing zurück, der Anfang des letzten Jahrhunderts entdeckte, dass ein Zuviel an Kortison im Blut zu diesen Veränderungen führen kann.

Die gute Nachricht zum Schluss: Sowohl das Vollmondgesicht als auch alle anderen Kortison-Folgen verschwinden in aller Regel nach Beendigung der Therapie vollständig.

Autor:

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Kommentare (2)
Flummiball
2 Sonntag, den 13. März 2016 um 07:58 Uhr
Harmonika
Toll, wegen rheumatischer Beschwerden Kortison zu nehmen und dann solche Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen (die sich noch viel schlimmer als rheumatische Beschwerden anhören). Dabei wären rheumatische Beschwerden ganz einfach mit einer anderen, besseren Lebensweise zu kurieren und psychische Heilung. Ich selbst würde lieber die rheumatischen Beschwerden in Kauf nehmen, als diese Nebenwirkungen und die zusätzliche Abhängigkeit von einem Medikament.
Kortison-Therapie
1 Samstag, den 08. November 2014 um 12:22 Uhr
scheulen
ich habe nach 25 jahren Kortison-Therapie 25 kg zugenommen und leide sehr unter meinem Aussehen mit dem runden Gesicht. Wegen meiner Rheumaerkrankung kann ich leider das Kortison nie ganz absetzen. Neuerdings habe ich besonders an den Unterarmen tief-rote Flecken, die sehr ekelig aussehen und wenn ich nur ganz leicht darüber streiche, dann platzt die Haut dort ganz weg, das Blut tropft dann ganz heftig heraus und zurück bleiben häßliche dicke Krusten und später Narben. Wegen meiner Schlaflosigkeit habe ich von Lodotra (ret.) am Abend auf Syntestan am Morgen gewechselt, aber ohne Erfolg. Mein Blutdruck springt hoch und runter, wie ein Flummiball.- aber ohne Kortison geht es auch nicht!
Anzeigen