Welche Nebenwirkungen hat Kortison?

Welche Nebenwirkungen haben Kortison-Tabletten?Kortison-Tabletten können gerade im akuten Stadium einer rheumatischen Erkrankung oftmals sehr effektiv die Beschwerden lindern. Das hängt mit der stark entzündungshemmenden Wirkung von Kortison zusammen. Denn das, was bei Rheuma zu den Schmerzen und Beschwerden führt, ist letztlich nichts anderes als eine überschießende Entzündungsreaktion des Körpers (meist in den Gelenken). Allerdings geht diese starke Wirkung von Kortison auch mit einer ganzen Reihe an möglichen Nebenwirkungen einher.

Ob es unter der Einnahme von Kortison-Präparaten zu Nebenwirkungen kommt, hängt neben individuellen Faktoren (manche haben mehr darunter zu leiden, manche weniger und manche gar nicht) vor allem auch von der Dosis und der Dauer der Einnahme ab. Bei nur kurzzeitigem Einsatz sind Nebenwirkungen eher die Ausnahme. Am ehesten kommt es dann zu:

  • Aufgekratztheit, Nervosität
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel

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Bei länger andauernder Einnahme von Kortison-Tabletten sind folgende Nebenwirkungen relativ häufig:

  • Infektanfälligkeit (Abwehrzellen des Körpers werden durch Kortison ausgebremst)
  • verminderte Muskelkraft, raschere Ermüdbarkeit bei körperlicher Anstrengung
  • brüchige, rissige, dünne Haut
  • hohe Blutzuckerwerte (kann bis zu einem sogenannten Kortison-Diabetes führen)
  • Blutdruckanstieg
  • Wassereinlagerung in den Beinen (Kortison hält in den Nieren Wasser und Salz zurück)
  • Knochendichte nimmt ab (Osteoporose-Gefahr)
  • erhöhter Augeninnendruck (Glaukom, grüner Star)
  • Linsentrübung im Auge (Katarakt, grauer Star)

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Mögliche äußere Veränderungen unter langfristiger Kortison-Therapie:

  • rundes Gesicht (Fett- und Wassereinlagerungen in den Wangen, das sogenannte Vollmondgesicht)
  • Fett- und Wassereinlagerungen im Nackenbereich (der sogenannte Stiernacken)
  • Gewichtszunahme, vor allem am Oberkörper

Zu all dem muss es nicht kommen, aber es kann. Deshalb ist wichtig, davon zu wissen, um ggf. rechtzeitig zu reagieren und mit dem Arzt zu sprechen. Viele der Nebenwirkungen lassen sich dann durch eine Dosisreduzierung oder auch einen kompletten Therapiewechsel lindern. Zu schnell hinschmeißen sollte man allerdings auch nicht, denn die entzündungshemmende Wirkung auf die Rheuma-Areale hat ja durchaus ihre Bedeutung.

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Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (1)
Kortison Spritzen und Medikamente
1 Freitag, den 06. März 2015 um 22:41 Uhr
Barth,Ruth
Naproxen lange Zeit Einnahme, Stiernacken plötzlich sichtbar, 4 Kortison Spritzen (Lendenwirbelsäule), starke Wassereinlagerung in Oberbauch, Beine und Gesicht. Was kann ich dagegen tun?
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