Rheuma bei Frau und Mann ganz unterschiedlich

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Unter dem Begriff Rheuma werden etwa 400 Krankheiten zusammengefasst, die Knochen, Muskeln Organe und Bindegwebe befallen können. Allerdings hat sich herausgestellt, dass es auch bei rheumatischen Erkrankungen große Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt.

 

Rheumatoide Arthritis: Frauen dreimal häufiger betroffen

Prof. Erika Gromnica-Ihle, Rheumatologin und Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, fordert dazu auf, diese Unterschiede in der medizinischen Versorgung stärker zu berücksichtigen. Sie betont, dass von den meisten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen mehr Frauen als Männer betroffen sind. So besteht bei der weit verbreiteten Rheumatoiden Arthritis (RA) ein Verhältnis von 3:1 zwischen Frauen und Männern, beim systemischen Lupus erythematodes beträgt es sogar 7:1. Beim Morbus Bechterew, der früher als Krankheit der Männer galt, ist mittlerweile fast ein Gleichstand erreicht.

 

Rheuma-Beschwerden bei Frauen stärker

Geschlechterspezifische Unterschiede treten auch in den Symptomen und dem Verlauf der Erkrankung auf. Bei der RA liegt die Schmerzschwelle und Schmerzgrenze bei Frauen zum Beispiel deutlich niedriger sind als bei Männern. So berichten Patientinnen über stärkere Schmerzen als Männer. Auch wirkt sich Rheuma bei Frauen stärker aus: Die Funktionseinschränkungen sind deutlich ausgeprägter und nehmen bei Frauen im Altersverlauf auch wesentlich mehr zu. Bei Frauen kommt es Studien zufolge auch seltener zu einem Nachlassen der Symptome, also zu einer Besserung der Krankheit.

 

Unterschiede zwischen Mann und Frau bisher zu wenig berücksichtigt

Die Rheumatologin fordert, dass diese Geschlechtsdifferenzen zu einer stärker individualisierten Therapie führen müssten. Rheuma-Patientinnen müssten einfach anders behandelt werden als Rheuma-Patienten. Doch da gebe es noch großen Nachholbedarf. Das betreffe wissenschaftliche Studien, von denen bisher nur 8% auf Geschlechterunterschiede eingehen. Aber genauso treffe das auch auf die Behandlung zu. Hier fehlten Leitlinien und Therapieempfehlungen, die die Unterschiede zwischen Frau und Mann berücksichtigen

WANC 02.02.2012
Quelle: Institut für geschlechterspezifische Forschungen in der Medizin (GIM, Berlin), Berufsverband Deutscher Rheumatologen

 

 



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