Reisekrankheiten: Bei Frauen der Darm, bei Männern das Fieber
Männer bekommen auf Reisen andere Erkrankungen als Frauen. Mit Durchfall haben sie weniger, mit Geschlechtskrankheiten dagegen mehr zu tun. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Zürich.
Die Reisemedizin-Experten aus der Schweiz werteten die Daten von knapp 60.000 Patienten aus, die wegen Reisekrankheiten in speziellen Kliniken dafür behandelt worden waren. Danach ergibt sich folgendes Bild:
Bei Frauen häufiger
- Durchfallerkrankungen
- Reizdarm
- Infektionen der oberen Atemwege
- Harnwegsinfekte
- Zahnprobleme
- Medikamenten-Unverträglichkeiten
Bei Männern häufiger
- (fiebrige) Infektionskrankheiten
- Erkrankungen durch Mückenstiche (Malaria, Gelbfieber)
- Geschlechtskrankheiten, sexuell übertragbare Erkrankungen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Höhenkrankheit
- Erfrierungen
Männer: risikofreudiger und für Mücken attraktiver
Wenn man das so liest, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass Männer sich risikoreicher (bzw. unverantwortlicher) verhalten. Das betrifft nicht nur Sex, sondern auch Sport. Dazu passt auch, dass Männer auf Reisen häufiger im Krankenhaus landen als Frauen.
Was die Mücken angeht, sehen die Studienautoren aber einen anderen Grund: Wer mehr schwitzt, riecht intensiver und wird häufiger gestochen. Zumal dann auch das Mückenspray schneller verdunstet. Wobei Schwitzen und Risikoverhalten natürlich auch etwas miteinander zu tun haben.
Und noch ein interessantes Studienergebnis: Frauen lassen sich vor einer Reise sehr viel besser gesundheitlich beraten als Männer.
Autor: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 03.05.10
Quelle: Clinical Infectious Diseases, 2010; 50:826-832, DOI: 10.1086/650575
