Neuartiges radioaktives Präparat gegen Prostatakrebs
Mit einem neuartigen Medikament soll die Behandlung bei fortgeschrittenem Prostatakrebs verbessert werden. Vor allem in den Fällen, in denen sich bereits Knochenmetastasen gebildet haben, soll das radioaktive Präparat Schmerzen lindern und die Überlebenszeit verlängern.
Das Mittel, für das die Wissenschaftler bisher nur den kryptischen Namen Re-188 HEDP parat haben, ist ein radioaktives Rhenium-Präparat. Es wird injiziert und wirkt, in dem es sich um die Metastasen herum anreichert. Das bedeutet praktisch eine Bestrahlung aus nächster Nähe. Nach Auffassung der Wissenschafter wird dadurch Schicht für Schicht die Metastase außer Gefecht gesetzt.
Überlebenszeit gestiegen
In Untersuchungen erhielten Partienten mit Prostatakarzinom im fortgeschrittenem Stadium ein, zwei oder bis zu acht Injektionen im Abstand von zwei Monaten. Je höher die Dosis war, desto größer war der Erfolg. Die Überlebenszeit stieg um 4 bis 15 Monate. Außerdem, so die Ärzte, stellte sich bei 90% der Patienten zumindest zeitweise eine Schmerzlinderung ein.
Prostatakrebs macht am Anfang keine Beschwerden. Erst in fortgeschrittenen Stadien treten Blasenprobleme, Knochenschmerzen und Blutarmut auf. In vielen Fällen haben sich dann aber bereits Metastasen gebildet. Die Tumorbehandlung erfolgt mit einer antihormonellen Therapie und Chemotherapie, außerdem werden Präparate zur Stärkung der Knochen eingesetzt. Das Rhenium-Präparat soll vor allem in den Fällen helfen, in denen die bisherigen Behandlungsstrategien nicht mehr anschlagen.
WANC 24.10.2011
Quelle: Journal of Nuclear Medicine, doi:10.2967/jnumed.111.093674
