Schadstoffe in Seen und Flüssen: bedenkliche Konzentrationen
Unsere Flüsse und Seen sind stärker mit Pesitziden verseucht, als bisher befürchtet. Zu diesem Ergebnis kommt eine europaweite Studie. Die Belastung mit organischen Chemikalien sei ein europäisches Problem, schreiben denn auch die Wissenschaftler. Und vor allem ist es ein Gesundheitsproblem.
500 verschiedene Schadstoffe hat die Studie ermittelt. Bei 38% davon stießen die Wisssenschaftler auf Konzentrationen, die dem menschlichen Körper gefährlich werden können. Insgesamt 73 organische Verbindungen werden als besonders schädlich eingestuft. Wiederum zwei Drittel davon waren Pflanzenschutzmittel, die vornehmlich in der Landwirtschaft verwendet werden.
Auch Schmerzmittel-Spuren in europäischen Gewässern
Die am häufigsten gefundenen Verbindungen waren Diethylhexylphthalat (DEHP) und Bisphenol A (BPA). Beides sind Weichmacher, die die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen können. DEHP wird in der EU verboten, aber erst ab 2015. Die am weitest verbreiteten Pestizide sind Diazinon, das in Deutschland und Österreich bereits nicht mehr zugelassen ist, und die in Mitteleuropa erlaubten Stoffe Azoxystrobin und Terbuthylazin.
In bedenklichen Konzentration waren die Arzneistoffe Diclofenac und Ibuprofen vertreten, beide sind vielfach verwendete Wirkstoffe gegen Schmerzen. Auch der Duftstoff HCCB, ein Moschusgeruch in Produkten der Körperpflege, erreicht im Gewässer einen bedenklichen Umfang.
Wie weit die Gesundheitsgefährdung des belasteten Wassers reicht, ist bisher gerade einmal ansatzweise untersucht. Das Umweltinstitut in München kritisiert vor allem die hormonelle Wirkung der Substanzen. Denn die betreffe nicht nur die Fortpflanzungsfähigkeit, sondern belaste den gesamten Organismus. Und nicht nur den von Menschen, auch die Tiere seien betroffen.
WANC 17.10.2011
Quelle: EurekAlert, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Science of the Total Environment
