Erblindung: Seidenfäden sollen das Augenlicht retten

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Wird der Sehnerv durchtrennt, geht das Augenlicht verloren. Bisher gibt es keinen Weg, der das Erblinden dann abwenden kann. Bisher. Denn Wissenschaftler setzen neuerdings elektrisch gesponnene Seidenfäden ein, die dem Sehnerv helfen sollen, die Lichtreize wieder an das Sehzentrum im Gehirn leiten zu können.

 

Gerüstbau für die Renovierung

Die Fasern des Zentralen Nervensystems, zu dem auch der Sehnerv gehört, haben einen Nachteil gegenüber anderen Nerven: Sie können sich nicht selbsttätig regenerieren. Sind sie einmal zerstört, dann benötigen sie Hilfestellung, um wieder nachzuwachsen. Das sollen nun Seidenfasern leisten, die elektrisch gesponnen werden und nur wenige Millionstel Millimeter dünn sind. Aus diesen Fasern wollen Wissenschaftler eine Art Gerüst “bauen”, das an der Stelle eingesetzt wird, an der der Nerv geschädigt wurde. Das soll den Nerv dabei unterstützen, entlang dieser Fasern wieder zu wachsen.

Um diese Regeneration weiter zu stimulieren, werden die Seidenfäden zusätzlich mit Biomaterial – spezielle Wachstumsfaktoren – angereichert. Im Labor funktioniert der Effekt: Die speziellen Seidenfäden ließen den Sehnerv zwei- bis dreimal so lang wachsen, wie das “normale” Seidenfasern ermöglichten. Die Methode wird jetzt im Tierversuch erprobt und dann anschließend beim Menschen.

WANC 04.01.2011
Quelle: Advanced Functional Materials, 21: 4232–4242

 

 

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