Wer Schlafapnoe behandelt, senkt die Blutfettwerte
Schlafapnoe, eine Krankheit, bei der die Atmung während des Schlafs kurzzeitig aussetzt, soll nach Ansicht von Medizinern unbedingt behandelt werden. Denn wer darunter leidet, hat ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt. Jetzt haben Forscher herausgefunden, dass erfolgreich behandelte Schlafapnoe-Patienten niedrigere Blutfettwerte und ein geringeres Herzinfarktrisiko aufweisen, als Menschen, die sich nicht behandeln lassen.
Behandlung mit Atemmaske senkt Triglyceride
Bis zu 20% der Erwachsenen leiden an Schlafapnoe. Im Rahmen einer Studie, die an der University of Sydney durchgeführt wurde, fand das Forschungsteam heraus, dass durch eine Behandlung mit Überdruckmasken (CPAP) die Blutfettwerte (Triglyceride) nach Mahlzeiten gesenkt werden können.
Die Wissenschaftler analysierten die Blutfettwerte von 38 Schlafapnoe-Patienten, nachdem diese reguläre Mahlzeiten zu sich genommen hatten. Der Zustand der Patienten wurde zwei Monate vor und zwei Monate nach der Behandlung mit Überdruckmasken sowie nach einer zweimonatigen Behandlung mit einer Plazebo-Maske dokumentiert.
Herzinfarkt-Risiko um 25% reduzierbar
„Wir wissen, dass die Blutfettwerte nach Mahlzeiten entscheidende Indikatoren für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind. Unsere Studie liefert eine mögliche Antwort auf die Frage, warum Schlafapnoe-Patienten einem höheren Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko ausgesetzt sind“, sagte einer der Wissenschaftler, Dr. Craig Phillips. “Obwohl die Forschungsergebnisse im Rahmen weiterer Untersuchungen überprüft werden müssen, gehen wir davon aus, dass die durch Überdruckmasken hervorgerufene Verbesserung der Blutfettwerte bei den Patienten auch zu einer Verringerung des Herzinfarktrisikos um bis zu 25% führen könnte.”
Blutfette nachts besonders hoch
Die Studie belegt, dass die Blutfettwerte nachts im Schlaf besonders hoch waren – und das fast sieben Stunden nach dem Abendessen. Die Wissenschaftler vermuten, dass sich etwas auf unsere innere Uhr auswirkt und die Blutfettwerte zu diesen Zeiten in die Höhe treibt. Zumindest könnte dies erklären, warum Nachtschichtarbeiter häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Denn diese essen häufig zu Zeiten fettreich, in denen unser Körper die Blutfettwerte nicht richtig kontrollieren kann.
WANC 12.08.2011
Quelle: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, Institut Ranke-Heinemann, Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Weitere Fragen und Antworten zur Senkung erhöhter Cholesterin- und Blutfettwerte finden Sie auch unter Navigator-Medizin.de/Herz_Gefaesse
