Schnarchen: Wenn nachts der Atem still steht
Schnarcher leben gefährlich. Bei rund vier Millionen Menschen setzt nämlich nachts einfach die Atmung aus. Bis zu 600 solcher Atemstillstände können pro Nacht vorkommen. Was der Mediziner obstruktive Schlafapnoe nennt, kann lebensgefährlich sein.
Gründe zu schnarchen gibt es viele: Alkohol, Übergewicht, Zigaretten, trockene Luft, eine zu enge Nase, Rückenlage oder schlicht das fortschreitende Alter können schuld daran sein, dass vor allem Männer, aber auch Frauen und Kinder in manchen Nächten halbe Wälder absägen. Wenn die Muskeln im Rachen erschlaffen und sich die Luftwege verengen, geraten Weichteile in Schwingung und sorgen damit für die enervierenden Schnarchgeräusche.
Fachleute schätzen, dass bei rund einem Drittel der Erwachsenen nachts der Rachen vibriert. Doch nicht immer handelt es sich dabei nur um eine Lärmbelästigung, die die Geduld des Partners strapaziert. Rund vier Millionen Deutsche leiden an einer potenziell lebensbedrohlichen Form des Schnarchens: der obstruktiven Schlafapnoe. Bei dieser erst 1978 entdeckten Krankheit wird es im Rachen so eng, dass die Atemwege für jeweils mindestens zehn Sekunden verschlossen werden. Bis zu 600-mal können derartige Atmungsblockaden pro Nacht auftreten.
Die Folgen des nächtlichen Sauerstoffmangels können gravierend sein. Zum einen zerstören die den Apnoen folgenden Weckreaktionen die sonst geordnete Schlafstruktur. Tief- und REM-Schlafphasen bleiben aus. Entsprechend sind die Betroffenen am Tage müde, weniger leistungsfähig, haben Kopfschmerzen oder leiden unter Schwindel. Zum anderen können Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck oder gar ein Herzinfarkt oder Schlaganfall Folgen der Sauerstoffunterversorgung sein.
Um derlei Risiken zu vermeiden, sollten Schnarcher rechtzeitig abklären, ob sie unter nächtlichen Apnoen leiden. Das macht entweder der Arzt in einem Schlaflabor oder neuerdings sogar zu Hause. Über eine Atembrille misst ein sogenannter Atemmonitor in der Nacht die Atmung und zeichnet die Atemflusskurve des Patienten auf. Schon am nächsten Tag können die Ergebnisse vom Arzt ausgewertet werden.
WANC 27.08.04
