Immer mehr Menschen leiden unter Schlafstörungen

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Die Zahl der Menschen in Deutschland, die Probleme beim Ein- oder Durchschlafen haben, nimmt weiter zu. Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse (TK) waren 2010 rund vier Millionen Menschen davon betroffen. Fast doppelt so viel, wie vor drei Jahren. Gleichzeitig steigt der Verbrauch von Schlafmitteln.

 

 

Es sind etwa 5% der Menschen, die an Schlafstörungen leiden. Doch die Probleme mit der Nachtruhe nehmen zu. Nach den Berechnungen der Studie steigt die Zahl derjenigen, die schlecht ein- und kaum durchschlafen können.

Die Ursachen der Schlafstörungen sind vielfältig. Stress im Job oder extremer Konsum von Genussmitteln wie Alkohol, Nikotin oder Kaffee können die Probleme auslösen. Darüber hinaus wenig Bewegung oder ständige Lärmbelästigung. So klagen viele Schlaflose über einen schnarchenden Bettnachbar. Von Schlafproblemen betroffen sind viele Schichtarbeiter, deren Körper sich anscheinend an die ständig wechselnden Arbeitszeiten kaum gewöhnen kann.

Mit der Zahl der Personen, die unter Schlafstörungen leiden, steigt auch die derjenigen, die Schlafmittel einnehmen, um ihre Probleme zu bewältigen. Die Studie sagt, dass Schlafmittel immer häufiger verwendet werden. 1,4 Millionen Bundesbürger greifen derzeit zu derartigen Schlafhelfern. Etwa die Hälfte davon ist älter als 60 Jahre. Die regelmäßige Einnahme von Schlafmitteln birgt allerdings Risiken.

Vor der Einnahme – besonders der unkontrollierten - der Schlafmedikamente warnen deshalb Ärzte. Dabei geht es nicht nur darum, dass Wirkstoffe in der Nacht möglicherweise nicht vollständig abgebaut werden. Das kann dann am Tag zu Müdigkeit und stark eingeschränktem Reaktionsvermögen führen. Vor allem geht es um die Suchtgefahr, die diese Mittel bergen.

Die meist verwendeten Schlaf- und Beruhigungsmittel wie beispielsweise Temesta, Dalmadorm oder Valium gehören pharmakologisch gesehen zur Klasse der Benzodiazepine. Obwohl die Gefahr der Gewöhnung bei regelmäßiger Einnahme dieser Arzneimittel bekannt ist und obwohl Benzodiazepine als Medikamente mit der weltweit höchsten Missbrauchsrate gelten, war noch bis vor kurzem umstritten und unklar, ob und wie sie süchtig machen. Ein Forschungsteam um Christian Lüscher an der Universität Genf hat nun entschlüsselt, dass diese Mittel süchtig machen und wie das funktioniert: Sie lösen im Hirn Veränderungen aus, die zu einer Entfesselung des Belohnungssystems und schließlich zu zwanghaftem Suchtverhalten führen können.

Gegen leichte Schlafprobleme kann jeder etwas tun. Schweres Essen am Abend oder langes Fernsehen im Bett stören den Schlaf. Hilfreich sind Rituale mit Hilfe von Autogenem Training. Auch regelmäßige Zu-Bett-Geh-Zeiten fördern das Einschlafen.

Und wie viel soll man schlafen? Dafür gibt es nur grobe Richtwerte. Für die meisten Menschen dürften sieben bis acht Stunden Schlaf ideal sein. Inzwischen weiß man, dass viel weniger genauso wie viel mehr eher gesundheitsabträglich sind.

WANC 05.04.2011
Quelle: Techniker Krankenkasse, Nature. doi: 10.1038/nature08758, Schweizerischer Nationalfonds SNF

 

 

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