Unruhige Beine: Mütter häufiger betroffen
Unter dem Syndrom der "unruhigen Beine" leiden deutlich mehr Frauen als Männer. Warum das so ist, ist noch immer nicht geklärt. Doch eine Studie von Wissenschaftlern aus Münster und Greifswald legt jetzt nahe, dass es an den Hormonen liegt.
Risiko steigt mit jedem Kind
Wie sie herausgefunden haben, steigt das Risiko bei Frauen nämlich in Abhängigkeit von der Zahl ihrer Geburten. Frauen, die keine Kinder bekommen haben, sind nicht häufiger vom sogenannten "Restless-Legs-Syndrom" betroffen als Männer. Bei drei oder mehr Kindern ist die Wahrscheinlichkeit, ein Problem mit unruhigen Beinen zu bekommen, hingegen um das 3,5fache erhöht.
Rund 4.000 Einwohner der Region Greifswald waren für die Studie nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und untersucht worden. Über 13% der Frauen, aber nur knapp 8% der Männer hatten ein Restless-Legs-Syndrom. Insgesamt nahm die Häufigkeit mit dem Alter zu.
Die wahrscheinlichste Ursache für das häufigere Vorkommen bei Frauen: die weiblichen Geschlechtshormone. Dazu passt auch, dass sich die Frauen-Dominanz beim Restless-Legs-Syndroms in höherem Alter, also nach den Wechseljahren, wieder verliert.
Kommt man selbst zur Ruhe, werden die Beine unruhig
Aber was sind überhaupt unruhige Beine? Man muss sich das so vorstellen, dass die Beine in Ruhephasen plötzlich anfangen zu spinnen. Sie zucken und rucken, ohne dass man das bewusst steuert. Das passiert typischerweise nachts im Schlaf, kann aber auch im Kino oder auf einer längeren Bahnfahrt auftreten. Das Ganze wird häufig begleitet von einem Kribbeln in den Beinen und manchmal auch von ziehenden Schmerzen. Meistens bekommt man dann den Drang, sich zu bewegen.
Die gute Nachricht zum Schluss: Das Syndrom der unruhigen Beine ist mit Medikamenten relativ gut behandelbar.
Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 22.04.04
