Unruhige Beine: Auch Ärzte oft ratlos

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Neurologen bezeichnen das Restless-Legs-Syndrom (RLS) als eine Volkskrankheit. Denn die Qual der ruhelosen Beine betreffe 4 bis 8 Millionen Menschen in Deutschland, 2 Millionen müssten behandelt werden. Doch häufig werde das Krankheitsbild von Ärzten nicht erkannt und nicht richtig therapiert.

Betroffene beschreiben das Gefühl so: Ziehen, Stechen, Kribbeln, wie Ameisen unter der Haut, Reißen, krampfartige Schmerzen und dazu ein dauerndes Gefühl der Unruhe, verbunden mit dem ständigen Drang, sich bewegen zu müssen. Eigentlich, so sagen Experten, sei die Krankheit anhand dieser Symptome gut zu diagnostizieren. Doch das geschieht nicht. Aus England sind Zahlen bekannt, dass selbst Neurologen bei weniger als 7% der Betroffenen die richtige Diagnose gestellt haben.

 

Medikamentöse Therapie mit Dopamin-Nachahmern

Die Behandlung leichter bis mittelschwerer Beschwerden erfolgt derzeit vor allem mit dem Medikament L-Dopa. Das ist eine Vorstufe des körpereigenen Botenstoffs Dopamin, der auf das Gehirn und die Signalübertragung wirkt. L-Dopa verschafft den Patienten sofortige Linderung der Schmerzen. Allerdings oft um einen hohen Preis: Es treten viele, zum Teil auch schwerwiegende Nebenwirkungen auf. Außerdem gewöhnt sich der Körper an die Substanz, was eine nachlassende Wirkung bedeutet.

Die Alternative: Dopamin-Agonisten. Das sind Substanzen, die die Wirkung des Dopamins nachahmen. Sie werden bei mittleren bis schweren RLS-Fällen eingesetzt und wirken ähnlich wie L-Dopa. Allerdings sollen sie weit weniger Nebenwirkungen mit sich bringen. Vor allem gibt es die Mittel mittlerweile als Pflaster, das sich in Studien als besonders verträglich erwiesen hat.

Weiter Behandlungsalternativen sind Opioide und das Spritzen von Eisenlösungen.

 

Häufiges Begleitproblem: Depressionen

Ein besonderes Problem bei der Therapie der unruhigen Beine sind Depressionen. Menschen mit dem Restlesss-Legs-Syndrom leiden zwei- bis fünfmal häufiger an Depressionen als die Durchschnittsbevölkerung. Nicht zuletzt auch wegen des schlechten Schlafs. Doch die herkömmlichen Medikamente gegen Depressionen können die Symptome einer RLS verschlimmern, kommen also meist nicht in Betracht.


WANC 30.09.2011
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie

 

 

Share on Facebook: Das gefällt mir

Diesen Artikel zum eigenen Facebook-Profil posten. Hier einfach klicken