Vitaminpräparate: Nie unbedenklich, manchmal schädlich
Schon seit einiger Zeit zweifeln Ärzte am Sinn von Präpraraten, die die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen ergänzen sollen. Inzwischen mehren sich sogar die Anzeichen, dass der Verzehr von isolierten Vitaminen mehr Risiko als Nutzen bringt. Finnische Wissenschaftler veröffentlichten nun eine Studie, die den Einsatz von Vitaminen mit einem erhöhten Sterberisiko von älteren Frauen in Verbindung bringt.
Risse im Lack der Verkaufsschlager
Viel nutzt viel. Unter diesem Motto wurden Nahrungsergänzungsmittel zum Verkaufsschlager. Vitamine, so die gängige Meinung, sind immer gut für die Gesundheit, da kann es eigentlich nicht genug von geben. Doch schon seit längerem hat diese gut gestreute Botschaft seine Risse bekommen. In mehreren wissenschaftlichen Studien zeigte sich, dass hohe Dosen von Vitaminen-Präparaten mehr schaden als nutzen und möglicherweise sogar das Leben verkürzen.
Je mehr Vitamin-Präparate, desto mehr Sterbefälle
Die Auswertung der Daten von knapp 40.000 US-amerikanischen Frauen im Durchschnittsalter von 62 Jahren über einen Zeitraum von 1986 bis 2008 hatte zum Ergebnis, dass Präparate mit Multivitamin-Kombinationen, Folsäure, Vitamin B6, Magnesium, Zink, Kupfer und Eisen das Sterberisiko erhöhen. Im Durchschnitt lag die höhere Sterberate zwar nur bei 2,4%. Doch hing das mit der Vitamin-Dosis zusammen. Die Frauen, die große Mengen der Präparate vertilgt hatten, hatten auch eine höhere Wahrscheinlichkeit negativer Folgen.
Die Wissenschaftler raten nun, Vitaminpräparate nur einzunehmen, wenn ein tatsächlicher Mangel diagnostiziert wurde. Doch das dürfte eher selten der Fall sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stellt fest, dass Deutschland kein “Vitaminmangel-Land” ist.
WANC 11.10.2011
Quelle: Arch Intern Med. 2011;171(18):1625-1633. doi:10.1001/archinternmed.2011.445
