Lungenkrankheit COPD: Hohes Erkrankungsrisiko
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist laut der Weltgesundheitsorganisation WHO eine unterdiagnostizierte, lebensbedrohliche Lungenerkrankung. Eine kanadische Studie sagt nun voraus, dass gut ein Viertel aller Menschen in ihrem Leben diese Erkrankung bekommen werden.
COPD, so betont die WHO, ist nicht einfach Atemnot und chronischer Husten. COPD fasse eine ganze Reihe von Lungenerkrankungen zusammen, die bisher kaum heilbar sind. Für das Jahr 2004 hat die WHO weltweit etwa 64 Millionen erkrankte Menschen ausgemacht, von denen rund 3 Millionen starben. Bis 2030 soll COPD die dritthäufigste Todesursache sein.
Risikofaktoren: Rauchen, Stadtleben, niedrige Bildung und "Mann sein"
Eine kanadische Studie hat nun das Erkrankungsrisiko ermittelt. Insgesamt liegt das Risiko, an COPD zu erkranken, bei 28%. Allerdings nimmt es mit steigendem Alter zu. Männer sind mehr gefährdet als Frauen: Während Männer zu knapp 30% erkranken, sind es bei Frauen rund 26%. Zwar wird auch die chronische Bronchitis diesem Krankheitsbild zugerechnet, was die hohen Zahlen mit erklärt. Dennoch ist dieser Wert alarmierend.
Die Studie ermittelte auch einige Einflussfaktoren, die das Risiko größer werden lassen. Beispielsweise den sozio-ökonomischen Status (darunter fallen Bildung und Einkommen). Ist der Status hoch, ist das Risiko geringer (23%) als wenn er niedrig ausfällt: Dann erhöht es sich auf 32%. Auch wo man lebt, beeinflusst das Risiko. Es beträgt für diejenigen, die in ländlichen Gebieten wohnen, 27%, für diejeinigen in Städten 32%.
Die WHO hat zusammengefasst, welche Ursachen für COPD vor allem verantwortlich sind: Tabakrauchen, Luftverschmutzung in Innenräumen und im Freien, Stäube, Chemikalien sowie häufige Infektionen der Atemwege.
WANC 12.09.2011
Quelle: The Lancet, doi:10.1016/S0140-6736(11)60990-2
