Rauchen: Verantwortlich für die Hälfte aller Blasenkrebserkrankungen
Das Rauchen von Zigaretten ist einer der größten Risikofaktoren für eine Krebserkrankung der Harnblase. Eine neue Studie des US National Cancer Institute (NCI) belegt sogar, dass das Risiko noch viel höher liegt, als bisher angenommen wurde. Vor allem aber haben sich die Gesundheitsgefahren von Männern und Frauen nahezu angeglichen. Bisher glaubte man, dass Frauen ein weit geringeres Risiko tragen.
Frühere Daten: Gefahr durch Rauchen sogar noch unterschätzt?
Frühere Studien ergaben, dass bei Männern das Rauchen für mehr als die Hälfte aller Blasenkrebserkrankungen verantwortlich ist. Bei Frauen wurde dieser Anteil auf 20 bis 30% geschätzt.
Doch Dr. Neal Freedman vom NCI kommt in seiner Studie zu etwas anderen Zahlen. Dazu haben er und seinen Kollege 281.394 Männer und 186.134 Frauen im Zeitraum Oktober 1995 bis Dezember 2006 beobachtet. Dabei traten bei den Männern 3.896 Fälle und bei den Frauen 627 Fälle von Blasenkrebs auf.
Rauchen bei Frauen genauso gefährlich für Blasenkrebs wie bei Männern
Bei ehemaligen Rauchern ermittelten sie pro 100.000 Lebensjahre 120 Krebserkrankungen und bei aktiven Rauchern 117. Dagegen lag die Zahl der Blasenkrebsfälle bei Menschen, die noch nie geraucht hatten, bei 40 pro 100.000 Lebensjahre. Damit haben, so Freedmann, aktive Raucher ein vierfach erhöhtes Erkrankungsrisiko.
Außerdem stellten die Wissenschaftler fest, dass rund die Hälfte der Blasenkrebsfälle bei Frauen durch Rauchen hervorgerufen wird, vergleichbar mit dem Risiko, das bei Männern in vorherigen und der neuen Studie ermittelt wurde.
Erklärungsansätze
Die Erklärung für diese Entwicklung sucht Freedman vor allem in zwei Gründen. Erstens hätten sich die Rauchgewohnheiten geändert. Frauen zählten mittlerweile mindestens genauso häufig zu den Rauchern wie Männer. Zweitens hätte sich die Zusammensetzung der Zigaretten geändert. Obwohl die Konzentrationen von Teer und Nikotin reduziert worden seien, gäbe es nun mehr andere Inhaltsstoffe, die als potentiell krebserzeugend gelten.
WANC 19.08.2011
Quelle: JAMA. 2011; 306(7):737-745. doi: 10.1001/jama.2011.1142
