Strahlentherapie bei Krebs: Höhere Effizienz durch Beschleunigung der Behandlung

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Durch verkürzte Behandlungsintervalle mit täglich dreimaliger statt bisher nur einer Bestrahlung kann die Effizienz einer Strahlentherapie bei Patienten mit Lungenkrebs verbessert werden. Die Wirkung kommt trotz einer geringeren Strahlendosis zustande, erklären Wissenschaftler, weil der Tumor keine Zeit mehr zur Regeneration hat.

 

Heilungsraten bisher sehr schlecht

Lungentumoren gehören zu den häufigsten und aggressivsten Krebserkrankungen. Oft kommt zum Zeitpunkt der Diagnosestellung eine Operation nicht mehr in Frage. Sofern noch keine Absiedlungen (Metastasen) in anderen Organen vorliegen, wird dann eine Strahlentherapie, häufig kombiniert mit einer Chemotherapie, eingesetzt. Die Strahlentherapie dauert dabei heute etwa sieben Wochen, wobei täglich jeweils eine Fraktion der Behandlung gegeben wird. Hierdurch soll  das Tumorwachstum verlangsamt und bei einigen Patienten auch eine vollständige Heilung erreicht werden.

Dennoch sind die Heilungsraten insgesamt noch sehr schlecht. Zur Verbesserung der Therapie haben unter Leitung von Prof. Michael Baumann, Direktor der Dresdner Universitätsklinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Ärzte aus 13 Zentren in Deutschland, Polen und Tschechien eine intensivere, beschleunigte Strahlenbehandlung mit drei Fraktionen am Tag untersucht.

 

Dem Tumor keine Zeit zur Regeneration geben

Demnach konnten durch die Beschleunigung der Strahlenbehandlung auf insgesamt knapp drei Wochen trotz geringerer Strahlendosis gleichwertige Effekte gegen den Tumor erzielt werden wie bei der höher dosierten Standardbehandlung über sieben Wochen. Bei Patienten, die nach einer Chemotherapie bestrahlt wurden, war die Wirkung der kurzen Bestrahlung gegen den Tumor im Vergleich zur Standardtherapie sogar deutlich verstärkt. Insgesamt 406 Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCL; die häufigste Form von Lungenkrebs) waren in der Studie behandelt und nachbeobachtet worden.

Die höhere Wirkung der beschleunigten Bestrahlung – die sogenannte CHARTWEL-Bestrahlung - auf den Tumor führen die Ärzte darauf zurück, dass während einer langen Behandlungsdauer Tumorzellen zwischen den Fraktionen nachwachsen können und deshalb die Strahlendosis nicht mehr ausreicht, um den Tumor zu vernichten.

 

Auch ungewollte Wachstumseffekte durch Chemotherapie werden eingedämmt

Eine Chemotherapie vor der Strahlentherapie kann offensichtlich die Tumorzellen sogar zu schnellerem Wachstum stimulieren. Dies kann durch die beschleunigte Bestrahlung aufgehalten werden, während die lange Behandlung dazu nicht geeignet ist.

„Dies ist nunmehr die zweite große Studie, die belegt, dass kurze Behandlungszeiten bei der Bestrahlung von Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom besonders effektiv sind und die uns zeigt, dass strahlenbiologische Erkenntnisse zum Wachstum von Tumorzellen zum Nutzen der Patienten ausgenutzt werden können“, sagt Baumann.


WANC 18.08.2011
Quelle: Radiother. Oncol. 100: 76-85, 2011

 

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