Neuer Ansatz in Krebstherapie: Nur die Chefs im Tumor töten
Mediziner haben eine neue Therapieform gegen Hautkrebs entwickelt. Bei dem ersten damit behandelten Patienten erwies sie sich als effektiv. Die Behandlung basiert auf einer vollkommen neuen Erkenntnis zur Krebsbehandlung: Man muss nicht alle Krebszellen ausradieren, um einen Tumor erfolgreich zu bekämpfen. Es reichen schon ganz wenige, aber bestimmte Zellen aus.
Nur 2% der Krebszellen angegriffen, aber alle zerstört
Die Philosophie von Krebsspezialisten lautete bisher: Vernichte 99,99% der Krebszellen, um die Krebserkrankung zu besiegen. Doch vielleicht ist das nicht nur die falsche Strategie, sondern auch eine, die den Patienten übermäßig belastet. Wissenschaftler der Universität Köln haben herausgefunden, dass es möglicherweise reicht, nur ganz bestimmte Krebszellen zu bekämpfen. Das sind die sogenannten Masterzellen und die machen gerade einmal 2% aller Zellen in einem Tumor aus.
So fanden sie bei einem 74-jährigen Patienten mit einem stark gestreuten Melanom, dem bisher weder die Operation noch die Chemotherapie geholfen hatten, bestimmte Masterzellen. Diese bekämpften sie mit einem ganz speziellen Wirkstoff – einem Anti-CD20-Antiköper – sechs Monate lang. Nach dieser Zeit war der gesamte Tumor verschwunden, obwohl 98% der Krebszellen durch den Antikörper nicht zerstört wurden.
Inwieweit dieser neue Ansatz auch bei der Bekämpfung anderer Krebsformen wirkt, wagen die Kölner Wissenschaftler noch nicht zu sagen. Aber sie schließen es nicht aus.
WANC 09.02.2012
Quelle: Universität Köln
