Krebspatienten: Viele können nicht von der Zigarette lassen
Die Abhängigkeit vom blauen Dunst ist viel größer, als man denken mag. Selbst Patienten mit Krebs – sogar, wenn Lungenkrebs diagnostiziert wurde – schwören der Zigarette nicht ab. Das hat nicht nur enorme Auswirkungen auf die Therapie, sondern genauso auf die Lebensqualität der Betroffenen.
Wissenschaftler der Harvard Medical School untersuchten rund 2.500 Patienten mit Lungen- und 3.000 mit Darmkrebs. 90% der Lungen- und 55% der Darmkrebspatienten gaben an, irgendwann in ihrem Leben einmal geraucht zu haben. Zum Zeitpunkt der Diagnose rauchten noch 39% der an Lungen- und 14% der an Darmkrebs Erkrankten. Aber auch fünf Monate danach rauchten noch 14% der Lungen- und 9% der Darmkrebspatienten.
Faktoren, die das Aufhören offenbar erschweren
Warum es vielen so schwer fällt, auf die Zigarette zu verzichten, erklären die Wissenschaftler damit, dass es bestimmte Personengruppen sind, die zu schwach sind, um der Sucht zu wiederstehen. Als Faktoren, die das beeinflussen, ermittelten sie: keine Chemotherapie oder Operation erhalten, vorangegangene Herz-Kreislauf-Erkrankung, ein geringes Körpergewicht, wenig emotionale Unterstützung, niedrige Schulbildung, niedriges Einkommen, früheres Kettenrauchen und männliches Geschlecht.
Die Auswirkungen auf die Therapie sind enorm. Wer weiter raucht, verschlechtert die Wirksamkeit der Behandlung und seine Chancen zum Überleben. Außerdem leiden Raucher messbar unter viel größeren Tumorschmerzen.
WANC 24.01.2012
Quelle: Cancer, DOI: 10.1002/cncr.26545
