Oxidativer Stress ruiniert das Immunsystem und fördert Krebs
Es gibt bestimmte Zellen – die Monozyten - im Immunsystem, die ganz besonders empfindlich auf sogenannten oxidativen Stress reagieren. Unter oxidativem Stress versteht man hochreaktive und schädliche Sauerstoffteilchen (auch ROS genannt). Produziert der Körper zuviel ROS, kann sich das Immunsystem bei bestimmten Erkrankungen nicht mehr richtig wehren. Das hat Folgen für das Entstehen von entzündlichen Erkrankungen und von Krebs.
Krebsvorbeugung durch Abtöten geschädigter Immunzellen?
Oxidativer Stress entsteht beispielsweise durch Bestrahlung oder Chemotherapie bei der Krebsbehandlung, aber auch durch den Kontakt mit bestimmten Chemikalien oder auch durch oxidiertes "Low-Density Lipoprotein" (oxLDL), das beim Entstehen von Arteriosklerose eine große Rolle spielt. Die ROS werden vom Immunsystem gebildet, um mögliche Krankheitserreger zu bekämpfen. Weil in bestimmten Fällen aber ständig ROS produziert werden, schädigen sie die Monozyten so, so dass sie zur Gefahr werden. Sie entarten und können gesundes Gewebe schädigen.
Die Wissenschaftler glauben nun, dass durch ein gezieltes Abtöten von geschädigten Monozyten dieser Kreislauf durchbrochen werden kann. Und auf diese Weise könnte das Entstehen chronischer Entzündungen und eine erhöhte Krebsanfälligkeit vermieden werden.
WANC 19.01.2012
Quelle: Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 108, 21105-21110
