Glioblastom: Ermöglichen Parvoviren eine Therapie?
Mit dem Begriff Parvoviren bezeichnet man eine große Gruppe unterschiedlichster Viren. Viren, die auch ganz unterschiedlich gefährlich sind. Eine bestimmte Gruppe verursacht beim Menschen keine gefährlichen Krankheitssymptome. Sie haben dagegen eine vielversprechende Wirkung: Sie killen Krebszellen. Und zwar auch die von Hirntumoren, die sehr agressiv sind, aber derzeit kaum behandelt werden können: Glioblastome.
Die "guten" und "schlechten" Wirkungen von Parvoviren werdeb schon seit einiger Zeit erforscht. Eine bestimmte Gruppe dieser Viren kann sehr unangenehm werden. Beispielsweise können sie Ringelröteln hervorrufen, die für Föten durchaus lebensbedrohlich sein können. Auch für bestimmte rheumatische Erkrankungen sollen sie verantwortlich sein.
Bestimmter Stamm der Parvoviren greift nur die Krebszellen an
Der Stamm H1 aber, der ebenfalls menschliche Zellen infizieren kann, hat einen krebstötenden Effekt. Und den wollen Wissenschaftler jetzt nutzen. Sie setzten diese Parvoviren zur Behandlung einer außerst bösartigen Form von Hirntumoren ein.
Gliloblastome zeigen sich bisher als ziemlich resistent gegen jede Form von Behandlung. In einer Studie wurden Tieren mit einem derartigen Tumor H1-Parvoviren direkt in das Geschwulst injiziert. Schon drei Tage später bildete sich der Tumor zurück. Bei 8 von 12 verschwand der Krebs sogar vollständig. Es gab bei den geheilten Tieren keinen Rückfall.
Die Viren selbst vermehrten sich nur in den Krebszellen, griffen aber nicht auf den gesamten Organismus über. Jetzt wird diese Behandlung an Menschen in einer klinischen Studie getestet.
WANC 31.10.2011
Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum
