Autoimmunerkrankungen erhöhen Krebsrisiko
Autoimmunerkrankungen wie Schuppenflechte, Morbus Crohn oder Lupus erythematodes erhöhen das Risiko, an Krebs zu erkranken. Dies ist das Ergebnis einer deutsch-schwedischen Studie.
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Wenn unser Immunsystem zum Problem wird
Unser Immunsystem spielt bei der Entstehung von Krankheiten eine wichtige Rolle. Denn wenn es gut funktioniert, dann kann es viele Krankheitsherde erfolgreich bekämpfen. Doch manchmal wird unsere körpereigene Abwehr auch zum Problemfall und wendet sich gegen die falschen Feinde: unsere gesunden Organe. Wenn das geschieht, spricht man von Autoimmunerkrankungen. Diese Art von Erkrankungen haben großen Einfluss auf die Entstehung von verschiedenen Krebsarten, haben jetzt Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums herausgefunden.
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Krebsrisiko von 33 Autoimmunerkrankungen analysiert
Es sind etwa 60 verschiedene Autoimmunerkrankungen bekannt, z.B. Schuppenflechte, Morbus Bechterew, Multiple Sklerose. 33 davon haben schwedische und deutsche Krebsforscher daraufhin untersucht, inwieweit sie Einfluss auf die Entstehung von Krebserkrankungen des Verdauungstraktes (Mundhöhle, Speiseröhre, Magen-Darm-Trakt, Leber und Bauchspeicheldrüse) haben. Das Ergebnis: Autoimmunerkrankungen erhöhen das Krebsrisiko.
Einige Beispiele: Das Risiko von Patienten mit einer speziellen Form der Blutarmut (Perniziöser Anämie), an Magenkrebs zu erkranken, liegt viermal höher als bei gesunden Menschen. Wer unter Myasthenia gravis, einer Störung der neuromuskulären Erregungsübertragung, leidet, ist von fünf Krebsarten bedroht: dreifach höheres Risiko für Speiseröhrgenkrebs, 30% höheres Risiko für Magen- und Darmkrebs. Ein gesteigertes Krebsrisiko vermerkten die Wissenschaftler auch für Morbus Crohn, systemischen Lupus, für Colitis ulcerosa, sowie Psoriasis (Schuppenflechte).
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Tumorzellen Tür und Tor eröffnet
Warum dieser Zusammenhang besteht, führen die Forscher auf die Therapie zurück. Patienten mit Autoimmunerkrankungen erhalten oft Medikamente, die die Abwehr unterdrücken. Das öffnet aber Tumorzellen Tür und Tor.
Mögliche Abhilfe gibt es: entzündungshemmende Wirkstoffe (Wissenschaftler führen als Beispiel immer gern Acetylsalicylsäure bzw. ASS an) können Krebserkrankungen durchaus hemmen.
WANC 11.10.2011
Quelle: Annals of Oncology 2011, DOI 10.1093/annonc/mdr333
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