Blasenkrebs: Nachweis durch Urintest
Wie bei den meisten anderen Krebsformen hängt auch beim Blasenkrebs der Erfolg einer Behandlung von der möglichst frühen Diagnose der Erkrankung ab. Aber die bestehenden Früherkennungsverfahren sind ziemlich ungenau, aufwändig und damit teuer. Urologen haben jetzt einen einfachen Urintest entwickelt.
In dem Test wird das Tumorsuppressor-Gen „p16INK4a“ aufgespürt. Wenn dieses Gen übermäßig aktiv wird, dann bedeutet das, dass im Körper des Patienten ein Tumor entsteht, den die Immunabwehr bekämpfen will. Das Gen hinterlässt aber auch seine Spuren. Diese lassen sich in der Spülflüssigkeit nach Blasenspülungen feststellen. Die Besondheit des Tests ist, dass sich durch ihn besonders aggressive Formen des Blasenkrebs in einem frühen Stadium entdecken lassen.
Blasenkrebs trifft in Deutschland jedes Jahr rund 25.000 Menschen. Männer sind ungefähr dreimal so häufig betroffen wie Frauen. Meist ist Blut im Urin das erste Anzeichen. Solange der Tumor auf die Schleimhaut beschränkt ist – und das ist in 8% der Fälle so – ist die Heilungs- und Überlebensrate hoch. Wenn das Karzinom allerdings auf die Blasenmuskulatur übergegriffen hat, sinken die Chancen, je mehr er sich ausdehnen kann. Ein Grund, warum Früherkennung so wichtig ist.
WANC 14.09.2011
Quelle: Der Urologe 2011;50(9): 1130-1133)
