EHEC: Wie man sich schützen kann

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Das Bakterium Enterohämorrhagische Escherichia coli – kurz EHEC – verunsichert die Menschen. Während es sich weiterhin in ganz Deutschland verbreitet, werden bereits die ersten Opfer der gefährlichen Darminfektion gemeldet. Und obwohl bisher keine direkte Ursache für die EHEC-Infektionen gefunden wurde – es existieren nur unbestätigte Vermutungen – kann man sich durchaus gegen die Erkrankung schützen.

Um eine Ansteckung mit dem gefährlichen EHEC-Durchfall-Erreger zu vermeiden, rät die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) zu “besonderer Vorsicht”. Die DGIM empfiehlt, Lebensmittel – insbesondere Obst und Gemüse – gründlich zu waschen, wenn möglich sogar zu kochen oder zu braten, da Keime anhaften könnten.

 

Kontaminiertes Obst und Gemüse?

Allerdings sei bezüglich der Quelle der Ansteckung bislang nichts erwiesen: „Hinweise darauf, dass sich EHEC-Patienten über Obst und Gemüse infizieren, sind nicht bestätigt“, so Professor Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM. Dies sei lediglich anzunehmen, weil sich derzeit vorrangig Frauen anstecken, was mit der Reinigung von Lebensmitteln zusammenhängen könne.

Obowhl die Ursachen der derzeitigen EHEC-Seuche offensichtlich noch nicht geklärt sind, sind die möglichen Infektionswege durchaus bekannt. So weist die Forschungsplattform für Zoonosen (Zoonosen sind von Tieren auf Menschen übertragbare Infektionen) darauf hin:

„EHEC gehören zu einem geringen Anteil zu den normalen Darmbewohnern von Rindern, Schafen und Ziegen, aber auch Hirschen und Rehen. Diese Tiere erkranken üblicherweise nicht, scheiden den Erreger jedoch über ihren Kot aus. Menschen können sich durch direkten Kontakt bei diesen Tieren anstecken. Eine EHEC-Infektion ist also eine typische Zoonose.

Häufiger ist jedoch die Infektion durch kontaminierte Lebensmittel, die beim Herstellungs- oder Verarbeitungsprozess in Kontakt mit EHEC gekommen sind.
 Hierzu zählen rohes Fleisch und Rohmilch (d.h. nicht pasteurisierte Milch) sowie Produkte aus diesen Lebensmitteln. Durch natürliche Düngung von Äckern können jedoch auch Obst und Gemüse mit EHEC kontaminiert werden und in die Lebensmittelkette gelangen. Der letzte beschriebene Übertragungsweg gilt derzeit als wahrscheinlichster im aktuellen Ausbruchsgeschehen, wobei das Obst oder Gemüse, das die Infektionen auslöste, noch nicht identifiziert werden konnte.
 Außer durch Lebensmittel und Tierkontakt können Menschen sich auch über Schmierinfektionen von anderen Menschen anstecken.“

 

Händewaschen nicht vergessen

Die einzige wirkliche Maßnahme gegen EHEC ist gegenwärtig Hygiene. Der bekannte Spruch „Nach dem Klo und vor dem Essen: Händewaschen nicht vergessen“ kann  EHEC-Infektionen vorbeugen. Darüber hinaus gilt: Hände waschen, nachdem Kontakt mit Tieren bestand.
 Aber auch, wenn man nach der Arbeit oder dem Einkauf nach Hause kommt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, Obst und Gemüse gründlich abzuwaschen oder zu schälen.
 Vor der Infektion mit EHEC könne man sich ebenfalls durch gute Küchenhygiene schützen.
 Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat hierzu fünf Regeln formuliert, die laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe insbesondere von Schwangeren beachtet werden sollten:

 

5 Regeln zur Vorbeugung

  • Sauberkeit - dies betrifft sowohl die Hände, als auch Flächen und Geräte bei der Essenszubereitung.
  • Rohes und Gekochtes trennen - beispielsweise durch getrennte Lagerung und Verarbeitung auf verschiedenen Schneidebrettern, um eine Kontamination der Lebensmittel untereinander zu verhindern.
  • Gründlich erhitzen - z.B. Fleisch und Essen vom Vortag; nur ausreichende Erhitzung tötet Krankheitserreger zuverlässig ab; für EHEC gilt: mindestens zwei Minuten lang bei 70°C.
  • Lebensmittel sicher lagern - z.B. im Kühlschrank und außerhalb der Reichweite von Haustieren.
  • Sauberes Wasser und sichere Zutaten verwenden - Leitungswasser ist in unseren Breiten sicher und wird regelmäßig kontrolliert; weitere Zutaten sollten sorgfältig ausgewählt werden.

 

Achtung bei blutigem Durchfall

Und wie erkennt man, dass man erkrankt ist? Gar nicht so einfach, geben selbst Ärzte zu, weil Durchfall auch völlig harmlos sein kann. Patienten mit blutigem Durchfall sollten allerdings möglichst schnell einen Arzt aufsuchen, rät die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Das gelte besonders, wenn ein Kind, ein älterer oder ein abwehrgeschwächter Mensch erkrankt ist. Grundsätzlich müssten bei Durchfall Verluste an Elektrolyten und Flüssigkeit ersetzt werden.

Eine EHEC-Infektion könne sich aber auch als unblutiger, meist wässriger Durchfall zeigen. Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen und zunehmende Bauchschmerzen, seltener Fieber. Bei 10-20% der Erkrankten entwickelt sich als schwere Verlaufsform ein Durchfall mit krampfartigen Bauchschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber. Die Infektion könne aber auch ohne Beschwerden verlaufen und somit unerkannt bleiben.

WANC 25.05.2011
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN), TMF - Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF), Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM), ABDA

 

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