Lyme-Borreliose: Infektion verhindern

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Zecken können über 50 Krankheiten übertragen. Die bekanntesten sind Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. Die Borreliose ließ sich bisher nur mit einer mehrwöchigen Antibiotikatherapie behandeln. Jetzt haben Wissenschaftler ein relativ einfaches Verfahren entwickelt, dass die Infektion gar nicht erst aufkommen lässt.

Die Zecke ist ein Parasit. Sie lebt vom Blut anderer. Die Gefahr dabei: Mit dem Stich können Krankheitserreger in die Blutbahn des Opfers gelangen. Können – denn nicht alle Tiere sind auch infiziert. Bei FSME tragen nur rund 2% der Tiere die Krankheitskeime. Im Jahr 2010 gab es in Deutschland rund 260 Fälle. Diese können aber dramatisch verlaufen, denn das Virus greift das zentrale Nervensystem des Menschen an.

 

Mit einem Hautpflaster gegen Borreliose?

Während man sich gegen FSME mittels einer Impfung schützen kann, gibt es diese Möglichkeit bei der Borreliose nicht. Ein Drittel bis zur Hälfte der Zecken tragen Borrelien. Eine Infektion kann eine Hirnhautentzündung, starke Schmerzen und Herzprobleme sowie Gesichtslähmungen und Gelenkentzündungen auslösen. Die Krankheit lässt sich in einem frühen Stadium mit Antibiotika gut behandeln.

Eine später erkannte Infektion bereitet mehr Probleme, meist ist eine mehrwöchige Antibiotikatherapie notwendig. Eine Behandlung, die, weil sie häufig intravenös erfolgen muss, die Patienten enorm belastet, wie Prof. Dr. Reinhard Straubinger von der Ludwig-Maximillians-Universität in München betont.

Straubinger hat mit seinen Kollegen nun ein flüssiges Gel entwickelt, das direkt an der Einstichstelle aufgetragen wird. Dieses Gel, das sich auf einem Pflaster befindet, enthält das Antibiotikum Azithromycin. In ersten Untersuchungen gelang es damit, die Infektion im Keim zu ersticken. Derzeit wird das Pflaster in einer Patienten-Studie getestet. Die ersten Erfahrungen zeigen laut Straubinger, dass die Wirkung örtlich begrenzt ist und deshalb kaum Nebenwirkungen auftreten.

WANC 16.09.2011
Quelle: Journal of Antimicrobial Chemotherapy online, 15. September 2011

 

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