Schokolade kann Pickel machen
Schokolade macht Pickel? Nein, Gene und Hormone sind schuld an unreiner Haut, so hieß es lange. Doch nach neuesten Studien sollten Akne-Geplagte sich den Biss in den Schokoriegel besser zweimal überlegen: Westliche Ernährungsgewohnheiten wie Milchprodukte und Süßigkeiten scheinen Akne durchaus zu begünstigen.
Kuhmilch dient eigentlich dazu, Wachstum und Gewichtszunahme der Kälber zu fördern. Anders als indianische Kulturen, in denen Akne überhaupt nicht vorkommt, nehmen Europäer sie auch nach dem Babyalter, als Jugendliche und Erwachsene, in großen Mengen zu sich. „Der Körper ist dafür nicht ausgelegt", weiß Dr. Johannes Müller-Steinmann, ärztlicher Direktor des Hautarztzentrums Kiel. "Es ist, als bekäme er ständig falsche Wachstums-Signale. Das überstimuliert die Talgdrüsen."
Welche Lebensmittel Pickel fördern
Schlecht für die Haut ist laut Studien auch, dass Milchprodukte in den Hormonhaushalt eingreifen und einen insulinartigen Effekt haben. Kohlenhydrate, zum Beispiel in Cornflakes, Chips, Pommes Frites, Weißbrot oder allen Arten von Süßigkeiten, erhöhen den Blutzuckerspiegel und verstärken diesen so zusätzlich. All diese beliebten Snacks sind damit Pickel-Verursacher. „Am ungünstigsten", so Müller-Steinmann, „ist Milch und Zucker zusammen, wie etwa in Eis, Pudding, Milchschokolade oder Kakaogetränken".
Laut bisheriger Studien sind einige Lebensmittel aber auch besonders gut für die Haut: Vollkornbrot, Gemüse, vor allem Rohkost und Tomaten, rote Weintrauben, blaue Beeren, Sojaprodukte, grüner Tee sowie fetthaltige Seefische wie Hering oder Makrele. Auch Nichtrauchen, Sport und ausreichende Pausen zwischen den Mahlzeiten wirkten sich positiv aus. „Akne ist hiernach eine richtige Zivilisationskrankheit", fasst Müller-Steinmann zusammen.
WANC 17.06.2011
Quelle: Hautarztzentrum Kiel
