Wartezeiten beim Arzt: Minister versus Lobbyisten

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Das Bundesgesundheitsministerium plant die ärztliche Versorgung. Dazu soll es demnächst ein neues Gesetz geben. Und das sieht anscheinend Strafen vor, wenn Kassenpatienten zu lange warten müssen. Die Ärzte laufen Sturm.

 

Privatpatienten kommen schneller dran? Ärzte wiegeln ab

Das Problem der Wartezeiten von gesetzlich Krankenversicherten ist kein neues. Schon vor Jahren beschwerten sich über die Ungleichbehandlung von Kassen- und Privatpatienten Politik und die gesetzlichen Krankenkassen genauso wie Patientenvertreter. Dagegen haben die Vertreter der Ärzte Studien positioniert, die belegen sollen, dass alles gar nicht so schlimm ist.

Doch wahrscheinlich ist alles weit schlimmer, als diese Studien vormachen wollen. Immerhin will Gesundheitsminister Bahr lange Wartezeiten vermeiden. Diese würden vor allem bei der Überweisung vom Haus- zum Facharzt entstehen, behauptet das Gesundheitsministerium. Und falls diese Wartezeit zu lang sei, dann sollen Patienten künftig die Möglichkeit haben, sich ambulant im Krankenhaus versorgen zu lassen.

 

Gewinnen wieder die Lobbyisten?

Die Daumenschrauben hat Bahr in diesen Vorschlag aber einbauen lassen. Denn die Kosten für die Behandlung in den Krankenhäusern sollen die niedergelassenen Ärzte bezahlen. Das heißt, die angefallen Behandlungshonorare werden beim Honorarbudget der Ärzte abgezogen.

Dass das den niedergelassenen Ärzten gar nicht passt, wundert niemand. Die laufen denn auch Sturm und sind massiv beleidigt. Sie sprechen von populistischen Exzessen, Ärztemangel, zu wenig Bezahlung, völliger Überbelastung und Bürokratiewahnsinn.

Der Minister scheint vor der breiten Front der Interessensvertreter einzuknicken. Nun sollen Sanktionen nur noch als freiwillige Vereinbarung in der Selbstverwaltung der Ärzte und Kassen möglich sein.

WANC 06.09.2011
Quelle: Der Spiegel, Deutsches Ärzteblatt, KBV, Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände

 

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