Krankenhaus: Schlechter Gesundheitszustand bei Entlassung

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Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, sind heute bei weitem nicht mehr so gesund wie früher. Sie haben häufiger Schmerzen, unzureichend verheilte Wunden oder andere Folgeprobleme. Das ist das Ergebnis einer Beobachtungsstudie, die die Jahre 2003 und 2010 miteinander verglich.

Die Studie wurde mit gutem Grund durchgeführt. Seit 2004 werden Krankenhäuser nach dem Prinzip der "Fallpauschale" bezahlt. Das heißt, egal wie lange ein Patient in der Klinik bleibt und was genau mit ihm gemacht wird, für eine bestimmte Operation gibt es vom Kostenträger immer den gleichen Pauschalbetrag.

Damit wollte man damals der üblichen Krankenhauspolitik entgegentreten, Patienten möglichst lange dazubehalten. Bis 2003 gab es nämlich Geld pro Behandlungstag und nicht pro Fall.

 

Unzureichend verheilte Wunden, mehr Herzprobleme, mehr Schmerzen

Die Kliniken haben darauf so reagiert, wie eigentlich zu erwarten war, und wie ja auch gehofft wurde. Man bevorzugt kleinere Eingriffe und möglichst kurze Liegezeiten. Heute ist ein (wirtschaftlich) guter Patient nicht der, der lange bleibt, sondern der, der früh geht. Mit einer Hüftoperation zum Beispiel verbrachte man früher 17 Tage im Krankenhaus. Heute sind es 12 Tage.

Aber die Medaille hat auch eine Kehrseite, wie sich jetzt zeigt. Denn eine Analyse an den Reha-Kliniken, also derjenigen Häuser, in denen Anschlussheilbehandlungen stattfinden, zeigt am Beispiel Hüftoperation: Die Patienten kommen mit diversen Zimperlein, die es so häufig früher nicht gab. In Zahlen:

  • Der Anteil derjenigen, die wegen schlecht verheilter Wunden nicht gleich an der Krankengymnastik teilnehmen können, stieg von 6% (2003) auf 39% (2010).
  • Entlastende Herzmedikamente brauchten früher 1%, jetzt 33%.
  • Schmerzmittel benötigten früher 4%, jetzt 32%.
  • Die Einnahme von Blutverdünnern (Schutz vor Gerinnseln und Thrombosen nach der Operation) stieg von 3% auf 57%.

Haben die Krankenhäuser damit die Kosten nur verlagert? Löffeln jetzt die Patienten (und die Anschlussbehandler) die Suppe aus? Fast scheint es so.

 

WANC 18.04.2011
Quelle: W. von Eiff, S. Schüring, C. Niehues: Auswirkungen der DRG-Einführung auf die medizinische Rehabilitation. ISBN 978-3-643-11095-4.

 

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