Weintrauben: Wirksam gegen Lebererkrankungen
Es gibt viele Studien, die Wein – insbesondere Rotwein – gesundheitlich vorteilhafte Wirkungen zuschreiben. Er soll sich positiv auf die Herzfunktionen auswirken und den Alterungsprozess aufhalten. Dabei steckt der Stoff, der all diese medizinischen Wirkungen entfaltet, in der Schale der Trauben: das Resveratrol. Nun gibt es erste Anhaltspunkte, dass dieser Pflanzenstoff auch bei Lebererkrankungen helfen kann.
Veronique Chachay, Doktorandin am Diamantina Institute der University of Queensland in Australien, ist davon überzeugt, dass der in der Haut von Trauben vorkommende Nährstoff bei der Behandlung der nicht alkoholbedingten Fettleber zu positiven Ergebnissen führt. Erste Untersuchungsergebnisse geben ihrer Meinung nach genügend Grund zur Annahme, dass Resveratrol Stoffwechselprozesse und Leberfunktionen trotz kohlenhydratreicher Ernährung und ungesunder Lebensweise anregen können.
Derzeit leiden 30% der Menschen und bis zu 98% aller Patienten mit krankhafter Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes an dieser Lebererkrankung, ohne auf medikamentöse Behandlungsmethoden zurückgreifen zu können. „Vorhersagen zufolge wird die nicht alkoholbedingte Fettleber im Jahr 2020 die Hauptursache für Lebertransplantationen darstellen. Wenn Resveratrol letztlichem Leberversagen vorbeugen kann, würde dies zu einer erheblichen Entlastung des Gesundheitssystems führen“, meint Chachay.
Sie wählt gerade Patienten aus, die an einer achtwöchigen klinischen Studie teilnehmen werden. Gesucht sind vor allem nach Männern zwischen 18 und 65 Jahren mit diagnostizierter Fettleber, die an abdominaler Fettleibigkeit leiden und keine Diabetesmedikamente einnehmen. „Abnehmen ist gut für eine gesündere Leber, aber viele tun sich darin schwer und können ihr Gewicht nicht auf längere Zeit halten. Zusammen mit einer Veränderung der Lebensgewohnheiten könnte Resveratrol dazu beitragen, das Leben mit einer nicht alholbedingten Fettleber nachhaltig zu erleichtern“, schließt Veronique Chachay.
Der antioxidative Nährstoff Resveratrol, der in dreihundert Pflanzen, vor allem in Trauben, Erdnüssen und Beeren vorkommt, erwies sich bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen als äußerst förderlich. Auch sind klinische Studien geplant, in denen sein Nutzen im Bereich der Kresbvorsorge und Krebstherapie sowie für die Behandlung von degenerativen Erkrankungen und Alterskrankkeiten, wie Alzheimer, untersucht werden soll.
Hinweise, warum Resveratrol gerade bei der Fettleber wirken könnte, haben frühere Forschungen an der University of Wisconsin-Madison geliefert. Dort hatten Forscher um Tomas Prolla den Einfluss des Pflanzenstoffes auf den Alterungsprozess untersucht. Sie waren zu dem Ergebnis gekommen, dass Resveratrol die Lebensqualität verbessern kann, indem es die verschiedenen Faktoren des Alterns, beispielsweise die Herzfunktion, positiv beeinflusst. Außerdem stellten sie fest, dass sich Ähnlichkeiten zwischen den Wirkungen von Resveratrol und einer kalorienreduzierten Ernährungsweise zeigten.
Auch die Menge, die notwendig ist, um vom Resveratrol zu profitieren, haben die Wissenschaftler erforscht. Während noch frühere Untersuchungen mindestens eine Flasche Rotwein ergeben hatten, kamen die Leute um Prolla zu dem Schluß, dass schon die Menge in einem Glas Wein ausreicht. Allerdings betonten die Forscher damals, dass es ratsamer sei, Resveratrol eher aus Weintrauben oder Äpfeln als aus Wein zu beziehen. Denn der von den Pflanzen als Schutz gegen Parasiten produzierte Stoff finde sich vor allem in der Schale der Früchte.
WANC 24.02.11
Quelle: Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
