Neuer Behandlungsansatz gegen Autoimmunerkrankungen

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Bei Autoimmunerkrankungen wendet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper – und zwar gegen gesundes Gewebe. Alle 60 bisher bekannten Autoimmunerkrankungen lassen sich nur sehr schwer behandeln. Eine neue Therapiemethode könnte das ändern.

 

Französische Wissenschaftler haben ermittelt, dass zwischen 5% bis 10% der Patienten, die sich mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert hatten, auch eine Vaskulitis bekamen. Das ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich Blutgefäße entzünden, was schwerwiegende Auswirkungen vor allem auf Haut, Nerven und Nieren haben kann. Sie fanden heraus, dass sobald die HCV-Infektion geheilt war, auch die Vaskulitis verschwand.

 

Erfolge mit Interleukin

Die Wissenschaftler setzten bei den Patienten mit Vaskulitis therapeutisch Interleukine-2 (IL-2) in einer niedrigen Dosierung ein. Dazu muss man wissen, dass IL-2 in einer sehr hohen Dosierung bei Haut- und Nierenkrebs verwendet wird, die Behandlung aber mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden ist. Die bei den Patienten mit Autoimmunerkrankungen benutzte Dosierung war um das Zehnfache geringer.

Das Fazit nach sechs Monaten: Die Behandlung war von allen Patienten gut vertragen worden und bei acht von zehn hatte sich die Autoimmunerkrankung verbessert.

Die Forscher sehen in IL-2 einen neuen Behandlungsansatz bei Autoimmun- und chronische Entzündungserkrankungen, beispielsweise bei Diabetes, Rheuma, Multipler Sklerose und Lupus erythematodes.

WANC 20.12.2011
Quelle: N Engl J Med 2011; 365:2067-2077

 

 

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