Kranke Leber: Neue Behandlungsmöglichkeiten gegen Hepatitis

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Müdigkeit, Druck im Oberbauch und Konzentrationsstörungen – das können Anzeichen einer Lebererkrankung sein. Vielleicht sind es diese unverdächtigen Symptome, die dazu führen, dass Leberentzündungen häufig nicht oder spät erkannt werden. Dabei ist eine frühe Diagnose und Therapie wichtig, um ein Fortschreiten und damit Leberzirrhose oder Leberkrebs zu vermeiden. Neue Medikamente ermöglichen eine Heilung, auch wenn sie sorgsam eingesetzt werden müssen.

 

Schon bei leicht erhöhten Leberwerten lieber auf Hepatitis testen

Hepatitis (Leberentzündung) ist eine der häufigsten Erkrankungen der Leber. Experten schätzen, dass die Dunkelziffer der unerkannten Infektionen bei 70% liegt. Dabei bedeuten zehn Jahre mit dem Virus unerkannt zu leben, auch mindestens 10% weniger Chancen, die Erkrankung in den Griff zu bekommen, betont die Deutsche Leberhilfe.

Auch geringfügig erhöhte Leberwerte (GPT-Wert: Glutamat-Pyruvat-Transaminase) sollten deshalb Anlass sein, den Ursachen durch Bestimmung von Hepatitis-Blutmarkern (HCV-Antikörper und HBsAg = hepatitis B surface antigen) auf den Grund zu gehen. Diese Tests decken über 99% derartiger Erkrankungen auf.

 

Nutzen und Risiken der neuen Präparate

Zwei neue Medikamente sollen die Behandlung von Hepatitis C verbessern. Die beiden neuen Substanzen (Boceprevir und Telaprevir) sind direkt wirkende antivirale Medikamente, sogenannte HCV-Protease-Inhibitoren. Sie hemmen das Virus in seiner Vermehrung, indem sie ein Schlüsselenzym blockieren.

Doch diese Medikamente, die eine kürze Behandlungsdauer und effektivere Therapie versprechen, haben ihre Tücken. So sind sie nicht bei allen Patienten gleichermaßen wirksam. Am besten helfen sie Patienten, die bisher noch nicht behandelt wurden, und solchen, die nach der vorher eingesetzten Behandlung einen Rückfall erlitten. Wegen der möglichen Nebenwirkungen, beispielsweise Resistenzentwicklung und Interaktion mit anderen Medikamenten, müssen sie vorsichtig eingesetzt und die Patienten genau informiert sowie ständig überwacht werden.


WANC 17.11.2011
Quelle: Deutsche Leberhilfe

 

 

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