Neue Wirkstoffe gegen Hepatitis C
In Deutschland werden voraussichtlich noch in diesem Jahr zwei neue Medikamente gegen Hepatitis C zugelassen, die die Behandlungsmöglichkeiten bei der chronischen Leberentzündung erweitern und verbessern. Es geht um Boceprevir und Telaprevir.
Sowohl Boceprevir als auch Telaprevir sind sogenannte Proteasehemmer. Die Protease ist ein Enzym, das der Erreger der Hepatitis C zwingend benötigt. Nur mit Hilfe der Protease kann sich das Virus vermehren. Die beiden Substanzen sollen vor allem zusammen mit älteren Hepatitis-Medikamenten wie Interferon und Ribavirin einen deutlichen Fortschritt bringen.
Zum Hintergrund: Das Hepatitis-C-Virus wird ähnlich wie das Hepatitis-B-Virus durch Blut- oder sexuellen Kontakt übertragen und verursacht eine chronisch verlaufende Leberentzündung. Vor allem bei zu später Entdeckung drohen schwere Spätkomplikationen (vor allem Leberzirrhose und Leberzellkrebs) bis hin zum Tod. Einen Impfstoff gibt es bislang - im Gegensatz zur Hepatitis B - noch nicht. Da die Erkrankung lange Zeit symptomlos bleibt, gelingt eine frühzeitige Entdeckung am ehesten durch die Bestimmung der Leberwerte.
Mit der Hepatitis A hat die Hepatitis C bis auf den Namen nichts gemein. Die Hepatitis A wird durch normalen Körperkontakt oder infizierte Lebensmittel übertragen und ist im Prinzip nichts weiter als eine akute Infektion, die nahezu immer ausheilt.
WANC 12.07.2011
Quelle: Deutsche Leberstiftung, Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V., Deutsche Leberhilfe e.V.
