Krank geschrieben: Je jünger, desto öfter

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Junge Arbeitnehmer sind doppelt so häufig krank wie ältere. Zwar stagniert der Krankenstand für das Jahr 2010 unter Deutschlands Beschäftigten bei 3,3 Prozent. Das bedeutet, dass jeder sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im letzten Jahr statistisch gesehen einmal krankgeschrieben war. Jüngere Arbeitnehmer kommen aber auf zwei Krankschreibungen. Allerdings dauert die Krankschreibung bei älteren wesentlich länger.

 



Zwischen den verschiedenen Altersgruppen gibt es bei der Krankschreibung  deutliche Unterschiede: Jüngere Beschäftigte zwischen 15 und 25 Jahren sind mit knapp zwei Krankschreibungen im Jahr etwa doppelt so häufig arbeitsunfähig wie ihre älteren Kolleginnen und Kollegen.

Zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es deutliche Unterschiede. Die geringsten Fehlzeiten gab es 2010 in Baden-Württemberg mit durchschnittlich 9,9 Tagen. Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern waren mit 15,5 Tagen je Beschäftigtem am häufigsten arbeitsunfähig.

Allerdings nimmt die durchschnittliche Dauer eines Arbeitsausfalls mit steigendem Alter kontinuierlich zu. 12,3 Tage dauerte eine Krankschreibung in Deutschland 2010 im Durchschnitt. Während eine Krankschreibung unter den jüngsten Beschäftigten zwischen 15 und 19 Jahren im Mittel knapp 6 Tage dauerte, waren es bei den über 55-Jährigen fast 19 Tage. Hauptgrund für die längeren Falldauern bei den älteren Beschäftigten ist laut Techniker Krankenkasse (TK) das mit zunehmendem Alter häufigere Auftreten schwererer Krankheiten.

Gudrun Ahlers, Expertin für betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) bei der TK: "Krankheiten wie Rückenschmerzen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und psychische Störungen, die erfahrungsgemäß sehr langwierig sind, treten bei älteren Erwerbstätigen häufiger auf. Allerdings stellen wir auch bei jüngeren Beschäftigten in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg von Krankschreibungen aufgrund psychischer Diagnosen fest."

Ursachen hierfür könnten die gestiegenen Anforderungen der Arbeitswelt sein. Doch insgesamt stagniert der Krankenstand. "Die Beschäftigten waren 2010 seltener krank. Wir verzeichnen für das Jahr 2010 etwa 2,4% weniger Krankschreibungen als in 2009. Vor allem Atemwegserkrankungen sind deutlich zurück gegangen", erklärt Ahlers.

Dass der Krankenstand trotz der geringeren Zahl der Krankschreibungen dennoch nicht sinkt, liegt an der erneuten Zunahme von Krankschreibungen aufgrund psychischer Störungen. "Binnen eines Jahres sind Fehlzeiten durch psychische Diagnosen um fast 14% gestiegen," so Ahlers, "statistisch gesehen war jeder Beschäftigte im vergangenen Jahr zwei Tage wegen einer psychischen Diagnose krankgeschrieben."

WANC 15.02.11
Quelle: TK

 

 

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