Weniger Testosteron bedeutet nicht kürzeres Leben
Wenn Männer einen niedrigen Wert des männlichen Sexualhormons Testosteron aufweisen, dann leben sie kürzer. So jedenfalls verlauteten es wissenschaftliche Studien. Doch jetzt melden Wissenschaftler Zweifel an einem engen Zusammenhang an.
Ärzte aus La Jollla in den USA erzielten mit den Ergebnissen ihrer Studie im Jahr 2007 einige Aufmerksamkeit. Sie hatten herausgefunden, dass Männer mit einem zu niedrigen Testosteronspiegel im Blut kürzer lebten. Ob man daraus die Forderung ableiten sollte, Männer mit zu wenig Testosteron durch die Gabe der Hormone zu behandeln, war schon damals unklar.
Niedriges Testosteron eher Ausdruck ansonsten schlechter Gesundheit
Heute dürfte die Antwort mehr zu nein neigen. Denn Forscher haben gerade Studien mit über 16.000 Männern mittlern Alters untersucht. Dabei zeigte sich zwar, dass die Männer im unteren Drittel der Testosteronwerte – als niedrig gilt ein Wert von unter 9 nmol/l – ein um 35% höheres Sterberisiko hatten als diejenigen im obersten Drittel. Doch diesen Zusammenhang sehen die Wissenschaftler als nicht stark an. Sie meinen, dass der Testosteronwert eher auf den allgemeinen Gesundheitszustand und das Alter des Betroffenen hinweist, als auf die Lebenserwartung.
Schon in der Studie von 2007 war aufgefallen, dass viele der Untersuchten unter Übergewicht – vor allem einem großen Bauchumfang – sowie dem Metabolischen Syndrom litten.
WANC 23.08.2011
Quelle: Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism
