Wie schädlich sind Kortison-Salben für die Haut?

Es gibt zu Kortison zwei Grundmeinungen, und beide sind falsch. Die eine lautet, dass Kortison hochgradig wirksam ist und man keine Angst vor Nebenwirkungen haben muss. Das stimmt nicht, denn völlig unbedenklich sind Kortison-Präparate nie.

Die Gegenmeinung, dass Kortison extrem schädlich ist und nach Möglichkeit gar nicht angewendet werden sollte, ist aber auch Unsinn. Die Wahrheit liegt dazwischen.

Unterschied zwischen älteren und moderneren Kortison-Salben

Bei einem akuten Schub der Neurodermitis sind Salben oder Cremes mit einem Kortison-Wirkstoff nach wie vor eines der besten verfügbaren Mittel. Wobei man hier eigentlich differenzieren muss, denn es gibt zahlreiche verschiedene Kortison-Varianten. Und natürlich hängt gerade die Verträglichkeit auch entscheidend von der Stärke des Kortisons, von der Dosis und von der Dauer der Anwendung ab.

Die heute verfügbaren, moderneren Kortison-Salben haben im Gegensatz zu älteren Präparaten den Vorteil, dass der Wirkstoff nur noch sehr begrenzt in den Blutkreislauf gelangt. Die sogenannte Hautbarriere wird nicht mehr so leicht überwunden wie bei älteren Mitteln. Damit treten "systemische", also den ganzen Körper betreffende Nebenwirkungen kaum noch auf.

Trotzdem möglichst nur zeitlich begrenzt anwenden

Allerdings gibt es bei länger andauernder Anwendung auch die Gefahr rein örtlicher Nebenwirkungen. Dazu zählt vor allem eine nachlassende Elastizität und Stabilität, die Haut kann spröde und rissig werden. Denn Kortison schädigt auf Dauer die Kollagenfasern in der Haut, die die Haut geschmeidig machen. Zwar treten bei den moderneren Präparaten auch solche lokalen Nebenwirkungen seltener auf als früher, aber die Gefahr besteht gleichwohl. Umso wichtiger ist es, die Dosierung und Dauer der Anwendung immer genau mit dem Arzt abzustimmen.

Fazit: Ein radikaler Verzicht auf Kortison ist im akuten Schub nicht zu empfehlen, ein "zu viel" und "zu lange" sollten Sie aber auch vermeiden.

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