Kind kratzt trotz Verbot immer wieder Neurodermitis-Stellen auf: Was tun?

Das Schlimmste an einer Neurodermitis ist für ein Kind der Juckreiz. Und auch für die Eltern. Denn bei jedem Kratzen des Kindes kommen gleich zwei Sorgen zusammen: Zum einen leidet man innerlich mit, wenn man sieht, wie das Kind gegen den quälenden Juckreiz ankämpft. Zum anderen muss man es ja eigentlich unterbinden, weil jedes Kratzen die Haut nur noch wunder macht. Aber wie verhindert man das Kratzen?

Bei Babys und sehr kleinen Kindern kann man sich oft noch mit Baumwollhandschuhen behelfen, die zwar nicht das Kratzen, aber immerhin das Wundkratzen verhindern. Aber bei älteren Kindern ist man mit derartigen Mitteln machtlos. Was also tun? Natürlich sollten Sie immer versuchen, dem Kind zu erklären, dass das Kratzen nicht hilft, sondern eher schadet. Allerdings ist der Juckreiz oft so heftig, dass sich ein Vierjähriger einfach nicht beherrschen kann. Er kratzt also trotzdem. Und dann? Verbieten? Bestrafen?

Cool bleiben: Verbote bringen nichts

Dazu gibt es eine klare Empfehlung: Springen Sie nicht auf und verbieten das Kratzen ("Aber Jonas, Du weißt doch, dass Du nicht kratzen sollst."). Lassen Sie es dann einfach geschehen, auch wenn es schwerfällt. Denn mit einem hektischen Reagieren auf das Kratzen trainieren Sie Ihrem Kleinen unbewusst an, dass er (oder sie) Ihre volle Aufmerksamkeit gewinnt, wenn er sich kratzt. Hört sich befremdlich an, aber dann kratzt Ihr Kind irgendwann mehr wegen Ihnen als wegen des Juckreizes. Bleibt man hingegen während einer solchen Kratzattacke ruhig und reagiert eher positiv in kratzfreien Perioden und wendet sich gerade dann verstärkt zu, dann lernt Ihr Kind unbewusst, dass Zuwendung nicht vornehmlich durch Kratzen hervorgerufen wird.

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