Die wichtigsten Fragen auf einen Blick
Auf diesem Portal finden Sie eine Auflistung der wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Neurodermitis. Wir, ein Team aus Ärzten und Patienten, stellen laufend weitere Fragen und Antworten ein. Wenn Sie bestimmte Themenwünsche haben, schreiben Sie uns!
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Was bedeutet bei Kortison-Salben ein “hoher therapeutischer Index”
Der therapeutische Index gibt das Verhältnis von erwünschten zu unerwünschten Wirkungen eines Medikaments in Abhängigkeit von seiner Dosierung an. Je höher der therapeutische Index, desto sicherer ist ein Arzneimittel.
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Wie unterscheidet sich die medikamentöse Neurodermitis-Behandlung bei Kindern von der bei Erwachsenen?
Die Arzneitmitteltherapie von Kindern mit Neurodermitis unterscheidet sich nicht grundsätzlich von der der Erwachsenen. Folgende Punkte sind allerdings beachtenswert:
Darf Ciclosporin zur Neurodermitis-Behandlung während Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden?
Zwar gibt es bisher keine Hinweise auf Schädigungen des Ungeborenen, dennoch sollte die Einnahme von Ciclosporin während der Schwangerschaft sehr sorgfältig abgewogen werden. Komplikationen wie etwa eine Frühgeburt kann man zumindest nicht ganz sicher ausschließen.
Welches Immunsuppressivum ist zur innerlichen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Neurodermitis zugelassen?
Keines. Auch Ciclosporin ist in Deutschland nicht zur innerlichen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Neurodermitis zugelassen.
Welche Hauterscheinungen sind typisch für Neurodermitis?
Die Neurodermitis (atopisches Ekzem) kann sich durchaus unterschiedlich äußern, es gibt aber einige sehr charakteristische Hautsymptome:
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Drei neue Gene, die das Risiko für Neurodermitis erhöhen
Wissenschaftler vom "Helmholtz Zentrum München" haben drei Gene identifiziert, die ganz entscheidend für die chronische Hauterkrankung Neurodermitis sind. Das soll genutzt werden, um nicht nur Tests für eine bessere Risikoabschätzung, sondern auch neue Vorbeuge- und Behandlungsalternativen zu entwickeln.
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Wie wirkt Douglan Creme bei Neurodermitis?
Douglan Creme enthält den gleichen Wirkstoff wie Elidel®: Pimecrolimus, ein sogenantes Immunsuppressivum.
Lesen Sie mehr dazu unter "Auf welche Weise wirkt Pimecrolimus?".
Wie wirkt Elidel® Creme bei Neurodermitis?
Elidel® Creme enthält als Wirkstoff Pimecrolimus, ein sogenantes Immunsuppressivum.
Lesen Sie mehr dazu unter "Auf welche Weise wirkt Pimecrolimus?".
Auf welche Weise wirkt Pimecrolimus?
Pimecrolimus hemmt das Enzym Calcineurin. Und Calcineurin wiederum spielt bei der Neurodermitis eine Schlüsselrolle im Entzündungsprozess. Somit wirkt Pimecrolimus in der Haut entzündungshemmend und "immunsuppressiv".
Stimmt es, dass sowohl Tacrolimus als auch Pimecrolimus Naturstoffe sind?
Ja. Das Immunsuppressivum Tacrolimus stammt aus einem Bakterium (Streptomyces tsukubaensis). Pimecrolimus wiederum wurde ursprünglich entdeckt im Ferment einer Schlauchpilz-Art.
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Welches Mittel wirkt stärker: Pimecrolimus oder Tacrolimus?
Tacrolimus. Pimecrolimus und Tacrolimus sind sogenannte Immunsuppressiva und relativ neue Medikamente gegen Neurodermitis. Ihr Wirkmechanismus beruht auf einer Unterdrückung der Entzündungsreaktion in der Haut.
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Wie kann man verhindern, dass sich Kinder die juckenden Stellen immer wieder aufkratzen?
Dieses Problem haben alle Babys und Kleinkinder mit Neurodermitis: Da sie dem Impuls noch nicht bewusst widerstehen können, kratzen sie sich die juckenden Hautareale im akuten Stadium immer wieder auf. Mit der Folge, dass die Haut sich noch mehr entzündet und noch mehr juckt.
Darf der Wirkstoff Tacrolimus (Protopic®) auch schon bei Kindern angewandt werden?
Der antientzündliche Wirkstoff Tacrolimus (Protopic®) ist als Creme bei Neurodermitis relativ gut wirksam. Das gilt auch bei Kindern, allerdings fehlt es hier noch an Langzeitbeobachtungen, insbesondere hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen.
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Hilft Allergietherapie gegen Neurodermitis?
Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt, ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. Sie beginnt oft im Kindesalter und macht sich durch rote, schuppende, manchmal auch nässende Entzündungen auf der Hautoberfläche bemerkbar. Meist werden diese durch ein starkes Jucken begleitet. Neurodermitis macht den Erkrankten schwer zu schaffen, auch seelisch. Hilfe scheinen Betroffene nun durch Behandlungsmethoden zu bekommen, die bei Allergien erfolgreich eingesetzt werden.
Warum muss man die Kortison-Therapie der Haut heute anders bewerten als z.B. vor 10-20 Jahren?
Es gibt heute Kortison-Wirkstoffe für die Haut, die wesentlich besser verträglich sind als "ältere" Kortson-Salben und -Cremes. Die bekannten Nebenwirkungen bei längerer Anwendung treten unter diesen neuen Präparaten seltener auf.
Warum wird die Haut bei längerer Anwendung von Kortison manchmal so spröde und dünn?
Weil Kortison bei längerer Anwendung auf der Haut die sogenannten Kollagenfasern zerstören kann. Die Kollagenfasern sind dafür zuständig, dass die Haut elastisch und stabil bleibt.
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Wann ist Kortison bei Neurodermitis sinnvoll?
Allgemeingültig lässt sich das nicht beantworten. Es ist aber so, dass Kortison-Präparate bzw. Salben und Cremes, die Kortison enthalten, auch heute noch zu den effektivsten Mitteln gehören, wenn es darum geht, einen akuten Entzündungsreiz der Haut zu lindern bzw. zu stoppen.
Was ist die beste Gesamtstrategie bei der Behandlung der Neurodermitis?
Die Neurodermitis betrifft zwar äußerlich "nur" die Haut, eine effektive Behandlung muss aber umfassender sein, als nur den Juckreiz der Haut zu stillen oder allein auf eines der immer wieder angepriesenen "Wundermittel" zu setzen.
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Was bewirkt Spitzwegerich bei Neurodermitis?
Die Heilpflanze Spitzwegerich hat antientzündliche Wirkung, die sich u.a. auch bei entzündeten Hautarealen wie bei der Neurodermitis nutzen lässt.
Was bewirkt Nachtkerzenöl (Gamma-Linolensäure) bei Neurodermitis?
Die in der Nachtkerze (oder auch Borretsch) enthaltene Gamma-Linolensäure wird von einigen Ärzten zur Verbesserung des Hautzustandes bei Neurodermitis empfohlen. Es handelt sich dabei um eine Fettsäure, die unter anderem an Immunabwehrprozessen beteiligt ist. Normalerweise bildet der Körper sich Gamma-Linolensäure selbst aus über die Nahrung zugeführter Linolensäure.
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Wie kann man die entzündete Haut bei Neurodermitis vor Infektionen schützen?
Im akuten Stadium einer Neurodermitis, wenn die Haut stark entzündet und rissig ist, steigt auch das Infektionsrisiko an den betroffenen Hautstellen. Deshalb wird von vielen Ärzten empfohlen, in diesen Phasen den Hautpflegemitteln ein Antiseptikum als Entzündungsschutz zuzumischen. Der Apotheker kann Ihnen entsprechende Lotionen oder Cremes zubereiten.
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Wie wirken Antihistaminika bei Neurodermitis?
Antihistaminika sind Medikamente, die vor allem bei allergischen Erkrankungen eingesetzt werden. Sie hemmen den körpereigenen Botenstoff Histamin, der bei allergischen Reaktionen und auch bei der Neurodermitis vermehrt ausgeschüttet wird und für einen Teil der Symptome verantwortlich ist.
Wie wirkt die Pflanze Bittersüß bei Neurodermitis?
Bittersüß ist ein in der Naturmedizin schon lange bekanntes Nachtschattengewächs, das entzündungshemmend wirkt. Es enthält den Wirkstoff Solasodin.
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Was bewirken Gerbstoffe bei Neurodermitis?
Zubereitungen mit Gerbstoffen werden vor allem zur Abheilung von leicht entzündeten Ekzemen eingesetzt. Die in Apotheken erhältlichen Gerbstoff-Präparate werden zuhause in Wasser aufgelöst und mit nassen Umschlägen auf die Haut getragen.
Wann sind bei Neurodermitis Hautpflegemittel mit Teer oder Schieferöl sinnvoll?
Hautpflegemittel mit Teer und Schieferölen werden heute etwas seltener eingesetzt als früher. In akuteren Stadien wirken sie entzündungshemmend. Zudem lindern beide Wirkstoffe den Juckreiz. Allerdings riechen sie recht unangenehm und verursachen mit ihrer schwarzen Farbe leicht Flecken auf der Kleidung.
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Was bewirken Zink-haltige Hautpflegemittel bei Neurodermitis?
Hautpflegemittel mit Zinkzusatz werden eher in akuteren Stadien eingesetzt, vor allem wenn nässende Ekzeme auftreten. Zink wirkt antientzündlich und zudem trocknend, insbesondere dann, wenn die Pflegemittelgrundlage wasserhaltig ist.
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Was bewirken Harnstoff-haltige Hautpflegemittel bei Neurodermitis?
Harnstoff führt zu einer verbesserten Wasserspeicherung und macht die Haut geschmeidiger und widerstandsfähiger. Er ist auch normalerweise in der Haut vorhanden, bei Neurodermitis ist der Harnstoffgehalt aber oftmals reduziert. Deshalb sind Hautpflegemittel mit Harnstoffzusätzen bei Neurodermitis oft sehr hilfreich, zumal die Präparate auch den Juckreiz lindern können.
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Wann sind zur Hautpflege eher Salben und Ölbäder geeignet?
Im Gegensatz zu den stärker wasserhaltigen Hydrogelen, Lotionen und Cremes basieren Salben und Ölbäder vor allem auf Fett. Sie dichten die Haut ab und schützen sie vor Austrocknung. Salben und Ölbäder sind deshalb vor allem zur Vorbeugung bei sehr trockener Haut und generell im Winter geeignet.
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Wann sind zur Hautpflege vor allem Hydrogele, Lotionen und Cremes geeignet?
Im Gegensatz zu Salben und Ölbädern enthalten Lotionen, Cremes und Hydrogele mehr Wasser als Fett. Hydrogele bestehen sogar nur aus Wasser (in Gel-Form), Lotionen enthalten sehr wenig Fett. Cremes sind schon fettreicher, allerdings im Vergleich zu Salben immer noch eher wasserbasiert.
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Was sind geeignete Hautpfllege-Maßnahmen außerhalb des akuten Schubs?
Wichtig bei Neurodermitis ist die tägliche Hautfettung. Das gilt auch, wenn gerade keine akuten Hautreizungen vorliegen, weil eine gute und regelmäßige Hautpflege auch dem Wiederauftreten von neuen Krankheitsschüben vorbeugen kann.
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Stimmt es, dass Menschen mit Allergien oder Neurodermitis häufig dunkle Augenränder haben?
Es gibt eine ganze Reihe an kleinen Merkmalen, die bei lange bestehenden Allergien entstehen können - aber nicht entstehen müssen. Dazu gehören auch dunkle Augenränder, kleine Furchen um die Augen oder rissige Ohrläppchen.
Wie äußert sich eine Neurodermitis bei Babys?
Erstes Anzeichen für eine Neurodermitis im Babyalter ist meist ein roter, juckender Ausschlag auf der Kopfhaut. Dieser wird auch Milchschorf genannt. Im weiteren Verlauf "wandert" die Neurodermitis häufig weiter, die Ekzeme treten dann eher im Gesicht, auf Armen und Beinen (meist nur die Rückseiten) und im Windelbereich auf.
Wird Neurodermitis vererbt?
Es gibt zwar nicht das "Neurodermitis-Gen", genetische Faktoren spielen bei der Entstehung der Neurodermitis aber eine große Rolle. Dabei sind Neurodermitis und Allergien als ein Gesamtkomplex zu sehen.
Wie äußert sich eine Neurodermitis bei älteren Kindern und Erwachsenen?
Das Erscheinungsbild der Neurodermitis verändert sich im Laufe des Älterwerdens. Bei Babys und Kleinkindern sind andere Hautareale betroffen als im Jugend- und Erwachsenenalter.
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Wie äußert sich eine Neurodermitis im Kleinkindesalter?
Während die Neurodermitis bei Babys eher die Kopfhaut und später Gesicht, Windelregion und Rückseiten der Arme und Beine betrifft, verändert sich das Erscheinungsbild ab dem zweiten Lebensjahr in der Regel. Nun treten die Ekzeme eher in den Gelenksregionen auf: vor allem in Arm- und Kniebeugen, aber auch an Hand- und Fußgelenken.
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Haben Menschen mit Neurodermitis auch häufiger Allergien oder Asthma?
Ja. Die Neurodermitis ist ja selbst eine autoimmune, also im weitesten Sinne allergische Erkrankung. Daher auch die gebräuchlichen Begriffe/Synonyme atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis. Atopie ist der medizinische Fachausdruck für die Neigung zu Überempfindlichkeiten, also zu allergischen Reaktionen.
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Ist Neurodermitis ansteckend?
Nein. Es handelt sich ja um eine den Allergien ähnliche Erkrankung, in der es zu Überempfindlichkeitsreaktionen im Körper kommt. Erreger wie Bakterien oder Viren, die übertragen werden könnten, sind nicht im Spiel.
Nimmt Neurodermitis an Häufigkeit zu?
Ja. Zur Zeit sind etwa 1-3% der Bevölkerung in Deutschland von Neurodermitis betroffen. Mehrere Studien zeigen, dass die Häufigkeit eher zunimmt. Die Ursachen dafür sind noch nicht geklärt.
Neurodermitis (Atopisches Ekzem)
Das atopische Ekzem (griechisch ατοπία, atopía – „Ortlosigkeit“, „nicht zuzuordnen“; griechisch έκζεμα, ekzema – „Aufgegangenes“) ist eine chronische, nicht ansteckende Hautkrankheit, die zu den atopischen Erkrankungen gehört.
Ursachen
Die Ursachen des atopischen Ekzems sind bislang nicht vollständig geklärt. Experten sehen im komplexen Krankheitsgeschehen und seinem sehr individuellen Verlauf ein Zusammenspiel aus genetischen Faktoren, immunologischen Veränderungen und Umwelteinflüssen.
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